Tourenradfahren

Vor Pitigliano treffen wir auf ein Tourenradfahrer-Pärchen. Toni freut sich total, als sie uns auf der anderen Seite begegnen und schmettert ein „Servus“ in ihre Richtung. Natürlich sind sie auch deutsch und natürlich – am Dialekt zu erkennen – Bayern. Wir stehen am Straßenrand und tauschen im Eiltempo Daten aus. Sie wollen alles über unsere Fahrräder wissen, Toni alles über ihre Reise, wohin, wie lange usw. Es stellt sich heraus, dass das Paar schon einmal 22 000 Kilometer (Wann wissen wir nicht) nach Thailand geradelt sind, jetzt gerade für zwei Wochen ein bisschen durch Italien radeln. Die Frau meinte, sie würden nur noch wild campen, weil sie sich das so angewöhnt hätten. Am Campingplatz hätte man keine Ruhe und außerdem ginge es ins Geld. 

Ich merke, wie ich innerlich schaudere, zumal wild campen ja in den meisten Ländern (Auch hier in Italien) verboten ist. Lustig ist noch, dass ich just heute morgen ein Video in YouTube über einen Tourenradfahrer vorgeschlagen bekam, der wild zeltet und die 15 besten Tipps dazu gab. Igitt!

Wo duschen? Wo die schmutzigen Sachen waschen? Wo zelten, dass man nicht entdeckt wird? Auweia, da merke ich wieder, dass ich wahrscheinlich nicht die typische Tourenradlerin bin. Aber vielleicht machen es ja deshalb so wenige, weil sie genau so etwas vor sich sehen? Hm, wir beweisen aber von Jahr zu Jahr, dass es – zumindest in Europa – möglich ist, sauber und komfortabel eine Radreise zu absolvieren, jenseits von Zelt, Essen aus Dosen und ungewaschenen Körpern…