Was ist eigentlich Urlaub?

Immer wenn wir auf Tour gehen, stelle ich mir die Frage, was ist eigentlich Urlaub und warum ist das für ganz viele so wichtig. Und dabei ertappe ich mich auch dabei, darüber zu sinnieren, was für mich eigentlich Urlaub ist.

Ich muss voraus senden, dass ich als Kind nie im Urlaub war. Meine Eltern sind nicht weg gefahren. So war ich als Kind in den ultralangen Sommerferien immer durchgehend daheim. Viele Kinder gleichen Alters waren weg und so habe ich eben die Zeit totgeschlagen. Als ich noch jünger war, habe ich die vakante Zeit auf dem Fussballplatz zugebracht. Mit etwa 12 Jahren kaufte ich mir ein Rennrad, schraubte alles Überflüssige ab, und habe die Umgebung inspiziert. Ich bin im Naturpark Altmühltal aufgewachsen – also eine herrliche Natur fürs Radeln.

Als Student habe ich die Semesterferien ebenfalls mit Radeln zugebracht. Viele frühere Freunde waren in der Arbeit und so war ich ebenfalls auf mich allein gestellt (bin übrigens Einzelkind).

Mit Simone hat sich das dann geändert und Urlaub kam in mein Leben. Italien mit dem Auto, Österreich zum Skilaufen, mit dem Flieger in die Türkei. Vor allem in der Türkei war es dann tatsächlich oftmals Strand, Sonne und Meer.

In Jahre 2008 hat sich das erneut gewandelt: Wir marschierten 14 Tage auf dem bis dahin völlig unbekannten Franziskuspilgerweg von Assisi nach Rom. Das war eine gigantische Erfahrung. Wandernd in Umbrien unterwegs zu sein hat uns beiden auf Anhieb gefallen. Dann meinte Simone, wir könnten ja mal Radlfahren. Ich fand das als begeisterter Radler natürlich toll. Simone meinte, Istanbul wäre doch ein tolles Ziel. Ups! Das sind rund 2500 km! Ich konnte das ein wenig einordnen, war ich doch schon öfters 100 km geradelt. Simone war bis dahin noch nie soweit gefahren.

Aber wir haben es in 2010 getan. Und wieder in 2012 (Marrakesch), 2013 (Palermo) etc.

Und es hat die Art, wie wir gemeinsam freie Zeit (Urlaub) verbringen verändert. Unterwegs sein (gehen oder radeln) ist nun wichtig und nicht mehr aus unserem Leben weg zu denken.

Mir persönlich gefällt es einfach, mit eigener Muskelkraft unterwegs zu sein. Mit dem Fahrrad kommt man eben weiter als zu Fuss. Abends dann die Entspannung geniessen, lecker zu essen und zu trinken. Nach 4-5 Wochen Fahrradfahren fühle ich mich körperlich einfach gut und gar nicht ausgelaugt. Ich fühle mich dann so wohl mit den vielen Eindrücken der Städte und Landschaften, die wir gesehen haben.

Bewegung ist für mich nun eben Urlaub und andersrum.

Mare Mare

Und hier ist es nun, das erste Bild direkt am Meer. Was die Bilder allerdings nicht transportieren können, ist der Duft der Pinien, das Zirpen der Zikaden und der sanfte Wind, der durch das Grün streicht.