Ärger in San Galgano

Ich freue mich: sehe ich doch auf unserer Strecke das Schild zur verfallenen Kirche, die ich vor 25 Jahren schon einmal besucht hatte. Damals war dies der einsamste Ort in der Toskana. Man fuhr bis vor die Kirchruine und konnte sie einfach besichtigen. Heute ist eine riesige Touristenattraktion daraus geworden. Die Autos werden schon 1 km vor der Basilika auf einen Parkplatz geleitet. Der Eintritt kostet vier Euro und das für eine Ruine! Ich probiere, ob ich mit meinem Presseausweis unentgeltlich hineinkomme. Ich sehe nicht ein, warum ich für eine Kirche zur Besichtigung Geld zahlen soll!

Der junge Mann an der Kasse weigert sich beharrlich. Ich ärgere mich darüber, denn es gibt wirklich nicht viel zu sehen. Wie man nur aus einem Nichts so eine aufgeblasene Sache machen kann? Da ärgere ich mich über meinen eigenen Ärger. Ich drehe auf dem Absatz um und denke mir, dass ich ja schon Bilder davon gemacht habe.

So bleibt die stille Schönheit, die keine mehr ist, Vergangenheit und im Blog nicht veröffentlicht.

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7 Gedanken zu „Ärger in San Galgano

  1. Wenn ihr jetzt in San Galgano seid, dann könnte euer Ziel Massa Marittima sein. Sehr sehenswert. Da waren wir letztes Jahr.

    • Neh, die Kirche ist die gleiche wie vor Zeiten! Eher die Gier nach Geld, das leicht mit Tourismus verdient wird, ist die Berühmtheit.☹️

  2. Ich hatte letztes Jahr eine Trauung oberhalb von San Galgano, in der kleineren Kirche, wo das Schwert im Felsen drinsteckt. Freilich ist das ärgerlich, was Ihr erlebt habt und der Bub an der Kasse macht natürlich Dienst nach Vorschrift, wie man es ihm gesagt hat. Aber ein klein wenig muß man auch die andere Seite sehen. An dem Tag, als ich dort war, war ein massenhafter Ansturm von Leuten, d.h. dann auch gleich mehr Müll usw., bedingt u.a. höheren Personalaufwand etc. Es ist ein Phänomen der letzten Jahre, daß an bestimmten Orten sich die Besucherzahl ganz gewaltig erhöht hat. Der Staat nutzt eben diese vielbesuchten Orte, um Einnahmen für die Denkmalpflege zu bekommen. Ähnlich ist es ja auch in Florenz, wo die Kirchen zwar immer noch als solche genutzt werden können, aber in Staatsbesitz sind und von ihm unterhalten werden. Zu hoffen bleibt freilich, daß die Einnahmen an der richtigen Stelle landen. Weiterhin frohes Reisen! Ciao T.

    • Lieber Thomas danke für deinen Kommentar. Ja natürlich hast du recht, ist mir auch beim Fahrradfahren dann gekommen, dass man das Geld ja dafür verwendet um es zu erhalten. Aber vier Euro ist schon brutal viel für wenig Ruine und die Touristen trampeln ja trotzdem außenherum, ohne etwas dafür zu zahlen, verschmutzen die Umwelt mit dem Auto und dem Müll den sie dalassen …

      Mich hat es halt geärgert, dass es früher so ein schöner und romantischer Platz war und jetzt dem hässlichen Kommerz zum Opfer fällt. Früher war eben alles besser- auch in der Toskana 😢.

      • Ist schon richtig, natürlich verändern sich auch diese Orte im Laufe der Zeit. In Assisi war dort, wo heute in den Häusern die Geschäfte sind (ebenerdig zur Straße), bis Ende der 50er Jahre der Stall für den Esel. Wie sagte der große Philosoph Karl Valentin: Die Zukunft war früher auch besser. Übrigens, wollt Ihr nicht doch nach Rom fahren? Ich meine schon, daß es gut möglich wäre. Gruß T.

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