Für alle, die kein iOS haben hier mal die Daten unseres heutigen Tages als Screenshot.
Obwohl es „nur“ gut 50 km waren, hatten wir dennoch 1700 Meter auf- und ca. 1000 m abwärts.
Puh – das war anstrengend und Simone ist ganz schön sauer auf mich, weil ich das so geplant hatte.
Archiv des Monats: Juni 2013
Von der Tapferkeit
„Du bist tapfer“ – Toni wartet wie immer weit oben am Berg und lobt mich. Ich frage mich selbst, ob ich tapfer bin. für etwas, was man freiwillig tut, den Berg da hochradeln, 1700 Höhenmeter, bei einer Bullenhitze? Da denke ich, es gibt weitaus tapferere Frauen. All die, die Kinder zur Welt bringen. Das ist tapfer, weil ein stundenlanger, für den Körper doch brutaler Vorgang unter größten Schmerzen. Oder die, die sich hinstellen und zum Beispiel für Gerechtigkeit kämpfen und sich nicht unterkriegen lassen, vielleicht sogar bis zum Tode ausharren. Das finde ich tapfer. Oder Frauen, wie die Bea, die tapfer das Schicksal ihres Mannes mitträgt.
Heute wollte ich noch etwas über La Verna schreiben, aber nach dieser kollossalen Anstrengung ist mir La Verna ja auch gleich noch Wurscht. Ich werde Euch morgen davon berichten. Die Internetleitung ist hier sehr schlecht, darum verzichte ich heute, Bilder hochzuladen, nebenbei – schaut hin und wieder in die Bildergalerie, die wird – normalerweise täglich – mit neuen Bildern von hier gefüttert.
Und jetzt sag ich einfach schonmal Gute Nacht!
Tagesetappe: 19.06.2013
| Tag | Höhe ↑ (in m) | Höhe ↓ (in m) | Strecke (in km) |
|---|---|---|---|
| 19.06.2013 | 1.723 | 1.052 | 51,42 |
Wir verlassen La Verna
Campari am Morgen
Am Geburtshaus von Michelangelo
Das Geburtshaus Michelangelos
Eingebettet in grüne sanfte Hügel liegt der Ort Caprese di Michelangelo. Auf dem höchsten Felsen steht das Geburtshaus von Michelangelo. Angegliedert ist ein schöner Garten, und das Museum, dass wir besichtigen. Man sieht Kopien von Michelangelos Werken und auch sein Leben wird beschrieben. So trug es sich zu dass seine Mutter, mit ihm schwanger, vom Pferd fiel, aber wie durch ein Wunder nichts passierte. Er wuchs hier auf, studierte dann in Florenz, wo er Kontakt zur Familie Medici bekam. Sein Lebenswerk kennt wohl jeder. Er wurde sehr alt. Seine Gebeine liegen in der Kirche Santa Croce in Florenz, dort wo der Franziskusweg startete, und die ja leider geschlossen hatte.
La Verna
Sogar das regionale Wasser ist nach hier benannt, ist doch das Kloster wirklich beeindruckend direkt oben auf den Felsen gebaut. Es ist sehr verwinkelt und hat Säle und Räume, Zimmer und Kapellen, Kirchen und Gasträume. Man verläuft sich das erste Mal, wenn man hier ist, verliert sich in den halbdunklen Gängen, in den mystischen Felsspalten.
Hier hat Franz von Assisi 1224, zwei Jahre vor seinem Tod, seine Stigmata erhalten. Die Kutte, die er damals getragen hat, kann man in der Hauptkirche bewundern. Della Robbia hat hier wunderschöne Porzellanaltare gestaltet, die einen Blick wert sind.
Daneben verführen immer wieder traumhafte Ausblicke auf die toskanische Landschaft. Am Abend in rotes Licht getaucht, verschwinden langsam die grünen Hügel des Naturparks. Nachts ist es hier so ruhig, nicht mal eine Eule schreit im Märchenwald nebenan. Die Natur ist hier im Einklang mit der menschlichen Zivilisation, ganz so, wie der Franz von Assisi sich das vielleicht vorgestellt hat.
Solltet ihr einmal diese Region besuchen, so lohnt sich eine Übernachtung mit einem zünftigen Abendessen aus Edelstahlkesseln im großen Speisesaal auf alle Fälle, es ist ein Erlebnis!
Tagesetappe: 20.06.2013
| Tag | Höhe ↑ (in m) | Höhe ↓ (in m) | Strecke (in km) |
|---|---|---|---|
| 20.06.2013 | 440 | 1.228 | 56,51 |
In Citta di Castello
Ist heute die Hölle los. Die haben für uns eine Riesenparty organisiert. Überall in der Altstadt sind DJs und legen sich voll ins Zeug. Die Jugend aus der ganzen Umgebung ist herbei geströmt, um unsere Ankunft zu feiern.
So ist das eben in Umbrien!!!! Wir haben die Toskana verlassen (Sansepolcro ist noch Toskana) und fühlen uns hier richtig wohl. Kein Wunder – bei so einem Empfang.






