Archiv für den Tag: 8. August 2010
Kroatischer Großglockner
Und da bin ich hoch und noch weiter! Was für eine Insel. Der höchste Berg hat 1000 Höhenmeter. Dass es anstrengend wird war gestern schon klar aber so? Ich kann zwar nicht gut rechnen, dennoch habe ich beim verweifelten bergaufradeln folgende Rechnung aufgemacht:
8% Steigung + 3 Stunden + 36 Grad + Gepäck – Essen = Großglockner in Hvratska!
Spruch des Tages: 8.8.
Hätten wir in den Alpen nicht üben können, dann hätten wir die kroatischen Berge sicher nicht geschafft.
Kroatien erleben
Nachdem wir in diesem herrlichen Land nun schon einige Tage unterwegs sind, bin ich der Meinung, daß es nur zwei Möglichkeiten gibt, diese einmalige Natur zu erleben: Entweder mit ein Boot oder eben mit dem Fahrrad.
Nur so kann man diese herrliche Landschaft in allen Zügen genießen. Mit dem Auto oder Motorrad geht alles viel zu schnell. Die Details bleiben so auf der Strecke.
Aber mit dem Rad ist es nicht ganz einfach – viele Höhenmeter sind zu überwinden.
Wir sind heute in Darce geblieben. Einfach weil das Meer hier noch blauer, die Pinien noch duftender und die Sonne wohl noch schöner ist. Wir waren einfach am Strand gelegen, haben den Himmel beobachtet, das erfrischende Meer genossen – einfach uns entspannt und es war wunderbar.
Unser Zimmer hat natürlich Meerblick und es ist traumhaft schön, hier zu sein.
Körpermittelpunkt
Irgendwie ist das ein komisches Gefühl – ich habe den Eindruck, daß mein Körpermittelpunkt sich nach unten verlagert.
Hört sich vielleicht komisch an. Aber ist so.
Normal fühle ich meine Körpermitte leicht oberhalb des Bauchnabels. Durch das Strampeln und Treten habe ich nunmehr den Eindruck, daß sich der Mittelpunkt nach unten verschoben hat.
Ich kann ihn noch nicht genau orten – aber es irgendwie ein Stück nach unten gerutscht.
Ein völlig neues Gefühl.
Meine körperliche Grenze
Heute, das muss ich sagen, glaube ich, bin ich an eine körperliche Grenze gestoßen. Es ist ja nicht nur die Anstrengung, die Hitze, der Berg. Auch die Konzentration, die Autos, die knapp an einem vorbei fahren – alles zehrt an Körper und Nerven. Irgendwo oben am Berg kamen mir heute die Tränen, nein eher ein Wasserfall aus Tränen. Keine Ahnung warum, aber es war sooo anstrengend da hoch.
Da dieses kleine Örtchen Dartce solchen Charme versprüht, wollte ich einfach bleiben, meine müden Knochen und Muskeln ausruhen, ein bisschen zu Kräften kommen.
Heute bereue ich es, nicht früher schon sportlich gewesen zu sein. Der/diejenigen, die sich seit Kindesbeinen an mit Sport befassten, ja für die wäre dies wohl ein Spaziergang.
Ich höre mich noch zu Toni am Küchentisch in Obergriesbach sagen, als er kleinlaut meinte: „Sollten wir nicht doch die Donauroute nehmen?“ Ich: „Pah!!! Das ist doch nur für Weicheier!“
Heute wäre ich gerne das Weichei auf der Donauroute…
Tagesetappe: 08.08.2010
| Tag | Höhe ↑ (in m) | Höhe ↓ (in m) | Strecke (in km) |
|---|---|---|---|
| 08.08.2010 | 679 | 693 | 35,86 |



