Und dann startet unsere Tour über 2500 Kilometer.
Große Sorgen macht uns das Wetter – ständiger Regen erlaubt es nicht, mit anderen Fahrrädern schon mal Kondition aufzubauen.

Es ist schon Pfingsten vorbei und die Anzahl der Tage mit Radfahrwetter sind an einer Hand abzuzählen.

So werden wir also nun allmählich immer nervöser. Die Räder kommen in wenigen Tagen und dann muß es unbedingt vom Wetter her bessern werden, damit wir uns und alles ausgiebig testen können.

… nachdem die Fahrräder nun angekommen sind, haben wir uns sofort daran gemacht, alle weiteren Dinge für das Rad zu organisieren….

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben…

Das ist sicher richtig – doch Vorab gibt es eine Fülle von Dinge, die geklärt werden müssen.

1. Welche Streckenabschnitte können pro Tag bewältigt werden? Wie ist das Höhenprofil?
2. Was an Proviant für untertags mitzunehmen?
3. Wo kann am Abend ein Ziel erreicht und auch übernachtet werden?
4. Welche Probleme können mit den Fahrrädern, den Gepäcktaschen, etc. auftreten? Haben wir für alle Eventualitäten genügend Vorsorge getroffen?
5. Was muß kurz vor der Abreise noch geregelt werden – Post und Zeitung abbestellen, E-Mail-Urlaubsreminder…..

etc.

Also erst kommt noch Einiges an Arbeit auf uns zu…. Aber die Vorfreude ist so groß, daß das auch geregelt wird 🙂

.. und nun ganz schön schwer…

Wir haben – nur wirklich – das Nötigste eingeladen und doch sind in Summe über 40 Kilogramm zusammen gekommen…

Uff – und das wirklich superanstrengend

8.06.2010

Wenig Gepäck…

Testbepackung

und doch superanstrengend – vor allem bergauf..

Damit lässt sich einiges transportieren…

5 Taschen je Rad

Besonders toll sind die beiden am Vorderrad. Dort fühlen sich schwere Dinge sehr wohl und es lässt sich dennoch bequem damit fahren

Was im übrigen auch noch problematisch ist: Wie können wir auf unser Tour online gehen, um hier die Berichte abzuliefern?

Noch gibt es keine SIM-Karte, die uns kostengünstig den Internet-Zugang auf der gesamten Tour zur Verfügung steht….

Vodafone hat ein Angebot mit ca. 20 Euro je Tag und mit 50 MByte an Daten – das ist bisweilen leider zu wenig und auf die Tagesanzahl von ca. 50 Tagen gesehen dann auch ziemlich teuer…..

Vielleicht behelfen wir uns einfach mit Pre-Paid Datentarifen in jedem Land….

unterwegs und online – nicht einfach diese Sache

Wird schon klappen!!!

In jedem Fall mit an Bord ist ein novatel wireless (kurz mifi). Da ist die SIM-Karte drin und bis zu 5 User können via iPhone oder iPad oder Computer den Internet-Zugang nutzen..

Und Jubel – der UMTS-Ausbau sieht in Kroatien nicht schlecht aus…

Keine Frage – wenn wir unterwegs übers Internet diese App füttern möchten, brauchen wir elektrische Energie. Und da wir nun im Sommer radeln werden, ist die Idee Solarmodul naheliegend.

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Seit etwa 1 Woche teste ich ein derartiges Gerät. Über eine Fläche von ca. 60-70 Quadratcentimeter wird das Sonnenlicht eingefangen und in 2 Akkus abgelegt. Ist das Gerät vollgelaufen – was ca. 4-5 h bei dem derzeitigen Sommerwetter dauert, so kann das Gerät sich über einen USB-Anschluß auf ein iPhone oder ein anderes Gerät entladen und diesem so die Energie übertragen.
Fakt ist, daß zum einen die gespeicherte Energie nur zum Teil ausreicht, um weitere Geräte (iPhone) damit laden zu können und daß zweitens es deshalb auch nicht möglich ist, das iPhone mit dem Solarmodul zu koppeln und so betreiben zu lassen.

Ergebnis: So geht das nicht!!!

Es muß eine andere Energiequelle angezapft werden.

Wir haben an den Vorderräder integrierte Dynamos eingebaut – mal gucken, ob wir die anzapfen können, um so an mehr Strom herankommen zu können….

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Eine weitere Alternative sind „stärkere“ Akkus – wie z.B. der Just Mobile Gum Pro. Der kann immerhin ca. 4400mAh speichern und so ein iPhone bis zu 3mal aufladen.

Fortsetzung folgt….

Als körperliche Vorbereitung dient uns das joggen. Wir “veredeln” unser Training mit einem abschließenden Halbmarathon. Diesmal haben wir am Augsburger Stadtlauf teigenommen und wir haben ihn geschafft! 2.05.31 (toni) und 2.06.08 (simone). Nicht besonders schnell, aber dafür geschafft!

Seit Montagabend (21.6.2010) ist es soweit und unser erstes App „leben atmen“ ist über den iTunes Store zu beziehen. Natürlich funktioniert das App auf allen iPhones und auch iPads, unterstützt das iOS4 sowie das vorherige 3er-System.
Mit dieser Gratis-App hat jeder die Möglichkeit, unsere gefahrene Route über getrackte GPS-Daten nachzuverfolgen. Weiterhin erscheinen dort unsere Tagebucheinträge inkl. Text, Bilder und Videos. Eine Kommentarfunktion ist ebenso vorhanden und bietet jedem User die Möglichkeit, Wünsche, Anregungen oder Fragen an uns formulieren.

Viel Spaß mit unserer kostenfreien iPhone- und iPad-App!

.. und auf dem iPad sieht die App wirklich superklasse aus…….. 🙂

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22.06.2010

Unser Ziel

Schaut euch diese wunderbare Stadt an – Istanbul wie aus 1001 Nacht
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Nun zeichnen sich doch gute Lösungen für unsere Energieprobleme ab.
Aber zunächst eine kleine Liste von unseren technischen Dingen, die wir wohl mitnehmen werden:
– iPhone 3GS – 2mal
– Garmin eTrex Vista HCx
– MiFi 2352
– MacBook Air mit 128 GByte SSD

Sicher werden wir letzteres nicht so ohne weiteres – sprich ohne Steckdose – laden können.

Aber die anderen Dinge verfügen über USB-Schnittstellen und sollten unterwegs stets deren Dienst verrichten.

Helfer Nummer 1 ist das sogenannte Zzing.

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Einfach an den Nabendynamo angeschlossen und es kann losgehen:
„Ein interner Pufferakku mit bis zu 2.700 mAh nimmt die vom Dynamo gelieferte, überschüssige Energie auf und gibt sie bei langsamen Wegabschnitten oder Unterbrechungen der Fahrt wieder ab. Auch in schwierigen Fahrsituation ist die Spannungsversorgung Ihrer Geräte gewährleistet.“ (so der Hersteller auf seiner Web-Seite: www.zzing.de).
Auf der Ausgangsseite verfügt das Zzing über einen USB-Anschluß, an den wir alle unsere Geräte entspannt anstecken können – einzeln natürlich.

Unser Zzing wird wohl gegen Ende der Woche bei uns aufschlagen und dann können wir es am Wochenende bei einer mehrtägigen Tour ausgiebig testen.

Helfer Nummer 2: Das Gum Plus Power Pack.
Mit ca. 4400 mAh kann er ein iPhone bis zu 3mal komplett aufladen. Auch das MiFi oder das Garmin-GPS-Gerät ist damit problemfrei zu laden und zu betreiben.

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Das Power Pack könnten also unter Fahrt über das Zzing noch zusätzlich aufgeladen werden. Rechnen wir Power Pack und Zzing zusammen, so kommen wir auf 4400 + 2700 mAh. Z.B. das MiFi hat einen Akku mit ca. 1500 mAh und könnte damit ca. 4-5 mal geladen werden. Jede Ladung bringt ca. 4 h Arbeitszeit mit dem MiFi.
Ähnlich verhält es sich mit dem iPhone. Allerdings hält beim iPhone im Regelfall länger als 4 h – außer man telefoniert sich zu Tode… Aber das alleine unterbinden schon die horrenden Roaming-Gebühren.

24.06.2010

Online sein..

Um den Blog bzw. die App zu füttern, müssen wir stets Verbindung zum Internet haben.
Noch sind wir auf der Suche nach geeigneten Tarifen, die auf unserer Route günstige Online-Verbindungen bringen.

Was wir in jedem Fall dabei haben werden, ist das MiFi 2352. Dahinein kommt die SIM-Karte. Das MiFi arbeitet dann als Hotspot und gibt als WiFi-Netzwerk die Internet-Verbindung weiter. So können wir via iPhone oder Computer den Blog füttern.

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Übrigens verwenden wir auf dem iPhone das WordPress-App und auf dem Mac das Programm MacJournal, um Blogeinträge zu erstellen.

Aktueller Stand: Vodafone kann mit seinen Roaming-Partnern alle Länder abdecken, die wir bereisen werden. Wir haben uns eine CallYa-Karte geholt. Diese ist nun im MiFi untergebracht.
Haken an der Sache: 24 h Internet im Ausland sind auf 50 MByte gedeckelt – und das Ganze für sympathische 14,95 Euro für 24 h!!!!
Wir suchen hier händeringend noch nach alternativen Lösungen….

Übrigens ist das Foto von der SIM-Karte schon mit dem brandneuen iPhone 4 aufgenommen worden – und ehrlich – die neue Kamerafunktionalität ist wirklich überzeugend gut.

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Endlich ist das Wetter prima und wir können mit unseren Rädern und dem kompletten Inventar mal eine Testtour durchführen.
Morgen geht es los in Kinding – und über Dietfurt fahren wir nach Kelheim und dann wohl weiter nach Regensburg. Am Sonntag geht es dann wieder zurück.
Und wir werden auch die Tour mit dem Garmin Gerät mal tracken und diese Daten in der App zur Verfügung stellen.

Übrigens: Deutschland wird gegen England am Sonntag mit 2:1 gewinnen 🙂

Und gestern kam auch noch unser Zelt an.

26.06.2010

Testfahrt

Unsere Testfahrt von Kinding nach Regensburg ist 95 km lang. Im Moment pausieren wir in Bad Abbach. Mein Befinden: Oberschenkel ziepen und Schultermuskulatur verspannt. Mittags war ich leicht sauer, weil Toni überhaupt keine Rücksicht zu nehmen scheint. Fährt einfach meilenweit voraus! Ich bin ne Frau! Nach dem Essen und einer Standpauke ging es viel besser weiter.

27.06.2010

Zelten

ich glaube, zelten ist nur was für junge menschen, die das gefühl von freiheit spüren – ich spüre bloss mein kreuz – aua. aber irgendwie hats dann mit schlaf doch geklappt – fühle mich ganz erholt. vielleicht gewöhne ich mich ja daran. das letzte mal zelten ist schliesslich 12 jahre her…

Das schöne Altmühltal

28.06.2010

Vorfreude

Ich freu mich schon sehr auf die Reise..

auf Österreich – Kaiserschmarrn und Berge
auf Italien – Pasta und Vino
auf Kroatien – blaues Meer und leckere Fische
auf Griechenland – Kultur und Lebensfreude
auf die Türkei – Gastfreundschaft und Ursprünglichkeit

28.06.2010

Testtour – Live

… auf dem Altmühltalradlweg …

Testfahrt



29.06.2010

Angst

Am meisten Angst bei unserer Tour nach Istanbul habe ich
1. vor den Autos, die so knapp an mir vorbeifahren
2. vor den unbekannten Ländern wie Albanien, Mazedonien, Kosovo
3. vor Überfällen jeglicher Art.
Man malt sich immer soviel aus, man wird ausgeraubt, vergewaltigt, niedergestochen, erniedrigt. Sind das die Medien oder Hirngespinste oder berechtigte Angst?
Oder einfach die Feigheit vor dem Unbekannten?
Fragen über Fragen…

2.07.2010

Seinen Traum leben

Die anstehende Tour ist für mich so etwas wie die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches.

Als Student bin oftmals in den Sommersemesterferien tagelang durch die Gegend gefahren und ich habe es genossen.

Später wollte ich einfach mal 1-2 Monate auf eine Berghütte gehen: ohne moderne Kommunikation, back to basic, Natur pur. Aber auf die Dauer könnte das auch langweilig werden.

Die Tour hingegen ist ebenfalls ein Abstand vom normalen Leben – eine Auszeit. Immer draußen sein, sich bewegen, Neues erleben, sich fordern, andere Dinge kennenlernen, etc.

Es gibt wohl kaum etwas Vielseitigeres was man tun könnte als eben das Rad zu nehmen und durch halb Europa zu fahren. Und Abwechslung ist in jedem Fall geboten: Die Alpen, die zerklüftete Felsenlandschaft Kroatiens, das blaue Mittelmeer, die unbekannten Länder wie Montenegro, Albanien oder Mazedonien.

Das Leben ist zu kurz, um die Zeit zu verschwenden. Oder wie sagt ein Freund von mir immer: Einmal ist der letzte Tag.

3.07.2010

Zelttest Nr. 2

Heute sind wir am wunderbaren Staffelsee mit unserem Testzelt Nr. 2. Es ist kleiner als das erste aber 1kg leichter. Für den Großglockner vielleicht ein entscheidendes Kilo.

4.07.2010

Hemdsärmelig

Viele fragen uns nun, wie oft wir schon solche umfangreiche Radreisen wie die anstehende unternommen haben – die einfache Antwort lautet: noch nicht eine!

Wir gehen da ganz jungfräulich in das Projekt rein. Sicher haben wir schon die eine oder andere “kleine” Radtour unternommen, aber etwas in dieser Größenordnung hatten wir noch nie.

Deshalb sind wir uns auch hin und wieder etwas unsicher, ob das alles so klappen wird, wie wir uns das vorstellen.

Aber in der Summe haben wir gemeinsam schon so viele Dinge in Angriff genommen, ohne es vorab bis in das allerletzte Detail geplant zu haben. Und es hat stets geklappt.

So glauben wir an uns und planen, was geplant werden kann. Doch sicher wird es Dinge geben, die auf uns zukommen werden und dann müssen wir eben reagieren.

Zu unseren positiven Eigenschaften zählen: Neugier, Improvisationstalent, Durchhaltevermögen und der Wille, es zu schaffen.

 

In wenigen Tagen (ca. 7. Juli) werden wir ein erstes Update zur Verfügung stellen.

Viele Dinge haben wir überarbeitet und aktualisiert:

– iPhone: Streckendarstellung als Karte, Satellit und Hybrid

– iPhone4: Optimierte Darstellung auf dem hochwertigen Display

– Verbesserte Streckendarstellung auf allen Geräten

– Push-Notification bei jedem neuen Eintrag in den Blog

– Anzahl der Kommentare bei jedem Beitrag werden dargestellt

– Countdown bis zum Start am 24. Juli bzw. Zeitdauer der Reise

– Bildergalerie im Detailsbereich

– Diverse Fehlerbehebungen

Das Update kommt natürlich ganz einfach über den AppStore und wird damit installiert.

Viel Spaß mit der App!

PS: Anregungen, etc. zur App nehmen wir jederzeit gerne über die Kommentare entgegen. Übrigens werden die eingetragenen E-Mail-Adressen in den Kommentaren von uns nicht verwendet oder gespeichert und auch keinem Dritten weitergereicht!

8.07.2010

Ziemlich clever

Einerseits sind es die Schuhe und anderseits die Pedale – beides von Shimano und optimal für unsere Zwecke. Die Sandalen sehen eigentlich ganz normal aus und fühlen sich beim Gehen auch so an. Doch auf der Unterseite ist ein Klickmechanismus eingelassen.
Und die Pedale haben ebenso zwei Seiten: Die “normale” Seite und eine mit Klickvorrichtung. Das hat sich in den vergangenen Wochen schon als sehr praktisch herausgestellt: Gerade, wenn wir im Stadtverkehr unterwegs waren, ist es nützlich, nicht eingeklinkt zu sein, um rasch mit den Füßen auf den Boden zukommen, wenn wir an Ampeln etc. anhalten müssen.
Geht es aber bergauf und soll Kraft auf die Pedale kommen – einfach die andere Seite verwenden und schon hat man die perfekte Verbindung aufgenommen.

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Gott sei dank ist mir das jetzt passiert: Der Radständer ist abgebrochen – wahrscheinlich Materialfehler…oder hab ich doch zuviel dabei?

http://www.hurriyet.de/haberler/sila-yolu/622107/bisikletle-turkiyeye

Heute haben wir erneut eine Testtour unternommen – von Obergriesbach zum Ammersee. Und auf diesen ca. 60 km haben wir nochmals unsere Energieversorgung getestet.

Ergebnis 1: Zzing + iPhone 3G S + Navigon – pro Stunde verliert das iPhone knapp 15% Akkuleistung und das obwohl wir fließig in die Pedale treten.

Ergebnis 2: Zzing + iPhone 3G S – ohne Navigation – pro Stunden wird das iPHone um 30% je Stunde aufgeladen!!

Das bedeutet, daß GPS auf nem iPhone so richtig viel Energie braucht und wir bleiben damit weiter bei unserem Garmin-Gerät. Der hält mit 2 Batterien locker 2-3 Tage durch.

… und das bei 34 Grad Celsius – gefühlt: Backofentemperatur…MVI_2550

Wir haben uns für einen Hersteller entschieden, der zum einen bei uns in der Nähe ist und zudem unsere Wünsche in bezug auf die Ausstattung perfekt umgesetzt hat: Contoura. Vom Typ her nennt sich das Rad pollino (http://www.contoura.de). Weiterhin haben wir folgendes Equippment:

– Rohloff 14 Gang Nabenschaltung: Wow – das Ding ist klasse! Wunderbar leichtes Schaltwerk und man kann jederzeit in jeden beliebigen Gang wechseln.

– Magura Bremsen: besonders griffige Felgenbremsen und ebenso leicht zu montieren

– Lumotec LED-Licht: schon bei absolut geringen Geschwindigkeiten bekommen wir über den Shimano Nabendynamo ausreichend Licht für Vorder- und Hinterlicht

– Klickfix am vordernen Lenker für Lenkertaschen etc.

– zudem am Vorder- und Hinterrad Halterungen für unsere Gepäcktaschen

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17.07.2010

Tests am Wochenende

Dieses Wochenende werden wir nicht mehr Radfahren, sondern uns den eventuellen Pannen und deren Reparaturen zuwenden. Zunächst haben wir an meinem Fahrrad das Vorderrad und dann das Hinterrad herausmontiert, alles ganz einfach.

Dann haben wir am Vorderrad den Schlauch gewechselt. Beim zusammenbauen hatten wir ein kleines Problem, der Mantel ist sehr störrisch und lief nicht rund. Das Geheimnis: wir müssen viel Luft hineingeben, damit sich das Ding wieder an die richtigen Stellen legt.

Nach ausgiebigen Tests kann ich jetzt meine Brille vorstellen, die finde ich nämlich zum Radsport ideal. Man kann die Scheibe, die aus einem Stück besteht (Das ist das Tolle daran), ganz leicht auswechseln und durch eine ungetönte Scheibe ersetzen. So hat man auch bei trüben Tagen (die wir hoffentlich nicht haben werden) und bei Dämmerung einen guten Schutz vor Insekten – und das bei vollem Durchblick.

20.07.2010

Gefühle

Heute ist Dienstag und am Samstag ist nun der Start. Eigentlich beginnt es für uns schon freitags – mit der Anreise nach München – natürlich mit dem Radl.

Ich bin hin- und hergerissen – Gefühle wie Vorfreude mischen sich mit Sorgen um die Dinge, die es noch zu erledigen gilt. Nichts darf vergessen werden, denn wir sind ja doch einige Wochen nicht da. Das Gepäck muss final zusammengestellt werden, Geld soll besorgt sein, die Route will nochmal geprüft werden und dann wieder das Gefühl, dass es zu Hause doch auch irgendwie ganz schön ist. Seit Tagen – nein Wochen – scheint die Sonne. Herrliche Sommertage erfreuen mich und das Leben ist schön – fast schon mediterran. Warum also aufbrechen – in die Ferne fahren, sich unbekannten Risiken stellen? Wozu??

Und dann wieder die Neugier auf all das, was wir erleben werden. Besonders spannend finde ich Albanien: Jeder, der davon hört, dass wir durch Albanien radeln wollen, stöhnt auf. “Oje – Albanien – muss das denn sein?” Ja – wir glauben das muss sein. Aber das wühlt uns natürlich auf und zusätzliche Unsicherheit macht sich breit.

Irgendwie schon ein Wahnsinn, im Sommer mit dem Rad nach Istanbul zu fahren. Doch wir haben es so gewollt.

So denke ich – so denken wir – tagaus, tagein.

Aber zum Glück ist diese Unsicherheit bald vorbei – und zwar sobald es losgeht.

Der vorletzte Abend. Wir essen im Istanbul in Aichach und feiern unsere Abfahrt. Mir ist natürlich komisch zumute. Ein Hormoncocktail von Adrenalin, Cortisol und Glückshormonen durchströmt mich und macht mich melancholisch glücklich. Werde ich alle gesund wiedersehen? Ich glaube fest daran. Inshallah

Für alle, die uns morgen persönlich verabschieden möchten: Wir treffen uns morgen um 10 Uhr direkt an der Mariensäule auf dem Marienplatz in München. Ihr seid alle herzlich dazu eingeladen! Bei jedem Wetter 😉

23.07.2010

Zieleinlauf

Auch das hat noch geklappt – wir haben vor unserer Reise noch 2 neue Bücher fertigstellen können: Zum einen “Mein iPhone & ich – Für iPhone 4 und iOS4” und zum anderen den Titel “Willkommen am Mac – Für Umsteiger, Einsteiger und Neugierige”.

Beide Titel sind nun in der Druckerei und werden dann ca. Mitte August ausgeliefert.

Das war jetzt noch ziemlich stressig – aber Ende gut – alles gut. Vielen Dank an Hans, der Tag und Nacht extrem fleißig war, um noch alles hinzubekommen und vielen Dank an Michael für die gewohnt perfekte Arbeit.

Bei Dauerregen.

1. Nass werden:
Unser erster Fahrtag – Dauerregen – 12-14 Grad Celsius – über Null 🙂
Es hat nun über 24 h ohne Unterbrechung geregnet.. Wir sind patschpatschnass.

2. Nass bleiben:
Wir fühlen uns, als wären wir zu lange in der Badewanne gewesen – Hände, Füsse – einfach alles ist durchweicht. Dazu ein strammer Wind und es fühlt sich dann auch noch richtig kalt an.
Besonders eklig ists, stets nach einer Pause wieder hinaus in den Regen zu gehen.

3. Nass sein:
Jetzt angekommen – nach ca. 65 km – und dann sofort unter die Dusche – endlich warmes Wasser!
Dann ausruhen – ins warme Bett – sich einfach lang machen und allmählich trocken werden.

(heute vormittag hatten wir noch 10km zum Marienplatz – die sind nicht aufgezeichnet worden – aber es hat auch geregnet)

Erst einmal möchte ich mich bei euch bedanken, dass ihr so viele liebe Wünsche gesendet habt. Das hat mir ehrlich den Tag gerettet. Immer wieder kamen die Kommentare rein und wenn es ganz hart regnete, schrieb wieder jemand gute Zeilen. Super, dass ihr dabei seid.

Fahren muss ich aber selbst, das ist mir heute mehr als klar. Virtuell fühlt sich das Leben manchmal viel besser an, man sieht sich an einem heißen Sommertag im Biergarten rasten oder bei lauen Temperaturen am See den Durst stillen.

Die Realität sah heute ganz anders aus. Ich möchte einfach ein Zitat aus dem Film “Forest Gumpp” schreiben, als Forest in Vietnam sein musste: Es gibt viele Arten von Regen: Einen von oben, einen von der Seite, sanfter Regen, starker Regen, warmer Regen, kalter Regen, sogar von unten kann es regnen.” So war das heute.

Themawechsel: Toni und ich haben uns überlegt, dass wir einmal am Tag einen Menschen fotografieren und ihn zum “Mensch des Tages” machen. Heute war es neben unserer Familie Thomas, der als einziger bei dem Sauwetter uns verabschiedet hat. Er hat es möglich gemacht, dass wir alle auf einem Bild zu sehen sind. Danke Thomas, Du bist für uns der Mensch unseres heutigen Tages!

25.07.2010

Heut gehts super

Heute begrüßt uns Schwester Sonne bereits in Österreich. Nachdem wir den Ursprungspass nach Bayrischzell überwunden haben, genießen wir nach einer traumhaften Abfahrt unser Mittagessen. Die Wetterprognose allerdings sieht für diese Region leider nur noch morgen gut aus. Tja Toni, die Suppe, die ich Dir eingebrockt habe, musst Du auslöffeln! Dann guten Appetit!

Heute hat alles prima geklappt. Kein Regen – manches Mal Sonne. Es war kühl, aber erträglich.
So sind wir denn fleißig vor uns hingeradelt und mittlerweile in St. Johann in Tirol angekommen und haben einen Bärenhunger.
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Der Mensch unseres Tages 25.7.: Die erste Österreicherin, die uns begegnet ist.

25.07.2010

Länderkultur?

Heute habe ich zwei Länder mit dem Rad besucht: Deutschland und Österreich. Die Strecke in Deutschland führte vom Schliersee zur Grenze am Ursprungpass. Die Gegend ist wunderbar, herrliche Landschaft, atemberaubende Aussichten auf Wald, Seen und Berge. Die Landschaft verändert sich nach der österreichischen Grenze sichtbar: Die Berge werden höher, zerklüfteter, die Luft kälter.

Bezugnehmend auf die Menschen kann man folgendes sagen: Der Dialekt verändert sich, zweifellos, vom bayerischen zum österreichischen. Aber alles andere bleibt völlig gleich: die Menschen sitzen in ihren Autos oder auf knallenden knatternden ohrenbetäubenden Motorrädern, hinter Blech, Glas und Leder, spielen mit gleichen Mützen auf Golfplätzen, die in Deutschland, wie in Österreich gleich aussehen, beide Nationalitäten tragen die gleichen Markenklamotten und führen gleich aussehende Jack Russel-Hunde spazieren.

Vielleicht liegt das alles ja an der früheren gemeinsamen Vergangenheit, die Deutschland mit Österreich verbindet, vielleicht liegt es aber einfach auch daran, dass die Menschen alle das gleiche möchten. Warum ist das so? Hat man heute nur eine begrenzte Auswahl an materiellen Gütern oder Freizeitangeboten? Muss man heute fünfmal hinsehen, um einen visuellen Unterschied zwischen den Menschen in den Ländern zu bemerken? Zumindest beim Essen findet man hier und da regionale Unterschiede wie zum Beispiel ein Zillertaler Käsekrapfen auf Sauerkraut. Den gibts in Deutschland zweifellos nicht…

Diesmal ist die Wahl auf unsere Herbergswirtin der Pension Ortner, Andrea aus St. Johann gefallen. Sie ist wirklich extralieb und sehr hilfsbereit. Das Zimmer war super und das Frühstück ebenfalls. Gute Adresse. Weiter so, Andrea! Und Danke!

Ich finde es wirklich toll, dass uns so viele liebe Menschen Glück wünschen, mitfiebern, sich anstecken lassen. Natürlich ist es besonders lieb, wenn Bekannte uns einen Kommentar hinterlassen. Ihr müsst verstehen, dass wir nicht jedem antworten können, aber wir danken euch allen und freuen und lachen über alles, was ihr uns schreibt!

Apropos lachen: es ist faszinierend: egal wo man hinkommt, man wird bestaunt, belächelt und amüsiert betrachtet. Da fällt mir mein Freund Michael ein, der fünf Oldtimer besitzt. Er sagte mal zu mir: “Wenn du einen Oldtimer hast, brauchst du keinen Psychiater, denn alle lächeln, wenn sie dich sehen, sie freuen sich, reden mit dir und fragen dich über das Auto aus.” Michael, du bist noch nie mit dem Rad nach Istanbul gefahren 😉

Heute nun haben wir es von St. Johann in Tirol hinauf an den Fuß des Großglockners geschafft. Auf der Straße ist das die lächerliche Distanz von vielleicht 45 km. Wir haben aber die Fahrradwege bevorzugt und schwups waren es ca. 65km. Nervig war zudem, daß der Fahrradweg immer hügelaufwärts und dann wieder -abwärts führte. Und das den lieben langen Tag. Das hat mich schon genervt!

Aber was soll es – wir sind nun da und schauen hinauf. Meistens ist er wolkenverhangen. Morgen soll es hinaufgehen – sofern das Wetter mitspielt. Und das ist derzeit unberechenbar. Die Prognose für die kommenden Tage ist mies: Regen, Kälte. Und das bedeutet Schnee auf dem Berg. Mmmhh…

Wir lassen das nun auf uns zukommen und entscheiden dann wohl spontan, ob wir hochradeln werden.

27.07.2010

Heute Zwangspause

Leider spielt das Wetter uns einen Streich. Es gießt aus Eimern und vom Großglockner ist keine Spur zu sehn, wo er doch der höchste Berg Österreichs ist! So warten wir noch einen Tag ab, ob er sich zeigt. Das gibt uns die Gelegenheit, Kraft zu schöpfen. Das Ding ist wirklich gigantisch steil…

.. und wandern in Italien auf dem Franziskusweg von Florenz über Assisi nach Rom. Darüber haben wir auch 2 Bücher veröffentlicht: Zum einen unseren persönlichen Erlebnisbericht “Leben atmen – Pilgern auf dem Franziskusweg von Assisi nach Rom” und zum anderen das praktische Wegebuch “Franziskusweg: Leben atmen – Wegbeschreibung; Der Pilgerweg für alle Sinne Von Florenz über Assisi nach Rom” inklusive Pilgerpass, GPS-genauen Wanderwegen, Übernachtungsadressen mit großteils 10% Rabatt bei Mitbringen unseres Buches, etc.

Doch diesmal sind wir mit dem Rad unterwegs. Und das können wir noch einigen Tagen schon mal festhalten: Das Naturerlebnis beim Pilgern/Wandern ist intensiver. Denn man bewegt sich abseits von Straßen, etc. und die Geschwindigkeit beim Gehen ist so, daß man viele Details aufnehmen kann. Beim Radlfahren sind wir doch recht zügig unterwegs – vieles saust allzu rasch an uns vorbei. Aber dafür kommen wir gut voran und lernen verschiedenste Länder und Menschen kennen, was beim Wandern nur schwer möglich ist.

Zudem hat man beim Radfahren viel Gepäck dabei. Beim Pilgern ist es meist ein Rucksack mit all seinen Habseligkeiten. Wohingegen wir beim Radeln 5 Packtaschen mit uns herumschleppen.

 

 

27.07.2010

In eigener Sache

Die Push-Benachrichtigung der App kann jeder Anwender seinen eigenen Bedürfnissen angepasst werden.
In den Einstellungen findet sich der Benachrichtigungen-Eintrag. Sobald man diesen antippt, erscheinen alle Apps, die über Push-Notifications verfügen. Dort kann nun Leben atmen ausgewählt werden.
Und nun können Töne, Meldungen und Kennzeichen einzeln aktiviert werden. Kennzeichen ist übrigens die Zahl der neuen Einträge, die beim Leben-atmen-App-Icon dargestellt wird.

So sehen wir vor dem Start aus. Wir melden uns wieder, wenn wir oben sind. Ich fahre für Enzo, Robertos verstorbenen Papa und alle verstorbenen Väter dieser Welt

28.07.2010

Vor dem Anstieg…

sunten

28.07.2010

Noch unten…

sunten

Geschafft – wir sind am höchsten Punkt angelangt. War ne richtig harte Nuß. Aber wir sind glücklich und haben deftig Hunger. Weiterer Bericht folgt später. Ebenso gibt’s dann noch tolle Bilder und Videos.

28.07.2010

Fast oben…

toni_fastoben

soben

28.07.2010

Oben angekommen

toben

Heute fiel uns die Wahl nicht schwer, Roberto reiste aus Rom an, extra dafür, um unser Gepäck die Großglocknerstraße hoch zu fahren. Ohne ihn hätte ich es wohl nicht geschafft. Thank you so much, Roberto!

und doch, da ging sicher noch mehr…der Mensch hält erstaunlich viel aus. Ich habe es mir – zugegebenermaßen – selber nicht zugetraut, hier hoch zu fahren. Und doch liege ich hier auf 2500 Metern Höhe in völliger Einsamkeit in den gewaltigen Bergen Österreichs in einem rot überzogenen Bett und bin glücklich. Erstens weil ich es getan hab, und zweitens, weil ich es auch noch geschafft habe! Und: wir hatten ein Bombenwetter, wie Ihr auf den Fotos sehen könnt.

Ein kleiner Unfall ist mir dennoch passiert, ich wollte an der gewaltigen Steigung nach einer kleinen Pause losfahren, das Rad rollte aber nicht, bergauf, versteht sich von selbst. So kippte ich im Stand einfach um und kam nicht mehr aus dem bereits eingerasteten Klickverschluss des rechten Pedals. Wie ein Mehlsack fiel ich – krach, peng – um. Knie aufgeschlagen, Ellbogen verschrammt. Der Schock war größer als das Leid. Mein Herr Papa hätte gesagt: d b d d h k P… wer weiß was das heißt?

Und schon lecke gefrühstückt. So werden wir frisch gestärkt uns auf die heutige Etappe begeben. Zunächst geht es abwärts – von 2500 m über dem Meeresspiegel hinab ins Tal nach Lienz. Dabei kommen wir an der wunderschönen Wahlfahrtskirche in Heiligenblut vorbei.
Soeben haben wir über den Wetterbericht vernommen, daß wieder starke Regenfälle auf uns zukommen. So müssen wir uns beeilen, daß wir in den kommenden 2 Tagen noch den Rest über die Alpen schaffen, um dann in die norditalienische Tiefebene bei Udine anzukommen und dort hoffentlich endlich konstantes und schönes Wetter antreffen.
Liebe Grüße also aus der Nähe des höchsten Berges Österreichs – der Großglockner mit 3798m.

… das mach so viel Spasssssss

simoneamblauenmeer

29.07.2010

Heute: Superfrust

Eigentlich hat alles ganz gut angefangen – das Wetter am Morgen war zwar kalt, aber trocken. Der Großglockner sitzt in seiner Wolkenkrone – was solls. Dann radeln wir gemütlich erstmal ein kurzes Stück abwärts – ca. 200 Höhenmeter, dann geht es nochmal richtig nach oben – etwa 300 Höhenmeter bis zum Hohen Tor – mit 2504 m der höchste Punkt unserer Reise.

Außentemperatur dürfte ca. bei 5 Grad Celsius gelegen haben – dazu ein strammer Gegenwind.

Dann ging es bergabwärts bis Heiligenblut. Hernach ein kurzer Besuch der dortigen Wahlfahrtskirche.

Und weiter hinab ins Tal. Erneut deftiger Gegenwind – aber es geht von ca. 1300 m runter bis ca. 850m – bei stetem Gegenwind – aber immerhin.

Die Mittagspause in Winklern war auch noch ganz nett. Dann nochmal ein Anstieg auf den Iselsberg und dann – ja dann – dann kam er wieder: der Regen, Regen, Regen….

Fürchterlich! So wie vergangene Woche beim Start in München! Kräftig und einfach pausenlos. Dabei sank die Temperatur erneut auf ca. 10 Grad Celsius.

Also ganz ehrlich – das frustet mich jetzt total! Ich wollte im Sommer fahren – der Sonne wegen, des Wetters wegen und jetzt ist es wie im Herbst. Fürchterlich. Meine Stimmung ist im Eimer.

Zudem soll es morgen weiter regnen. Dabei haben wir nur noch 1 Tag in den Bergen – von denen wir vor lauter Wolken kaum etwas sehen. Danach sind wir in Italien – und hoffentlich wird es dann besser…..

Unser heutiger Mensch des Tages ist “unser” Wirt vom Fuschertörl-Wirtshaus: der Robert. Wir hatten leckerstes Essen, ein tolles Zimmer, ein herrliches Frühstück. Und natürlich hat der Robert ein iPhone und seine Erika ein iPad. Euch beiden viel Spaß damit und alles alles Gute weiterhin.

Nun, wie bereits verkündet, ist heute nicht unser bester Tag gewesen. Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und verhagelt uns förmlich die Stimmung. Auch ich habe bereits einen Frustanfall bei Regen und Kälte hinter mir.

Jedoch hatte ich gestern abend auf dem Großglockner einige Erkenntnisse. Wie man auf dem Bild sehen kann, war der riesige Gletscher am Großglockner vor nur 100 Jahren noch bis zum Rande voll mit Eis und Geröll. Nun ist nur noch ein jämmerlicher Rest Eis übriggeblieben. Das viele Wasser muss ja schließlich irgendwohin! Und natürlich kommt es als Regen herab auf die Erde, auf die Berge, auf uns. So ist der Lauf der Dinge und mit all unseren Tränen wird es keinen Deut anders werden.

Vielleicht sind wir Menschen selber schuld an dem Regen, vielleicht ist es auch einfach eine klimatische Veränderung, die viel größer ist, als wir Menschen zu denken vermögen. Die Natur ist gewaltig und wir leben nur einen kleinen Wimpernschlag lang, im Gegensatz zur Existenz der Erde und der Natur.

Wird man sich dessen bewusst, ist aller Ärger wieder klein und Sorgen völlig unnötig, ja wenn nicht sogar verschwendete Zeit.

Also nun, wie ihr in den Kommentaren schreibt: eines Tages scheint wieder die Schwester Sonne – für Euch wie für uns!

…. Und er schmeckt lecker

30.07.2010

Jetzt gehts auf!

Einfach unglaublich! Du passierst die italienische Grenze bei Winterwetter, fährst um die erste Kurve und schwups ist das Wetter schön! Die Italiener begrüßen uns herzlich mit ‘Buon Giorrrno!’ Sie haben offensichtlich nicht nur die Sonne im Herzen…

Das Bild steht als Symbol dafür, dass wir in einer rasanten Abfahrt die Berge, das schlechte Wetter und die schlechte Stimmung hinter uns gelassen haben. Ach Bella Italia!!

30.07.2010

Befreiungsfahrt

Nach all dem üblen Wetter, haben wir heute Gas gegeben – wir wollten endlich Sonne und etwas Wärme haben.

Wir sind bei Nieselregen in Oberdrauburg gestartet und fleißig losgeradelt. Zunächst kommt der  Gailbergsattel, dann der Plöckenpass mit der italienischen Grenze. Letzterer liegt auf ca. 1360 Höhenmetern und ab dann geht es nur noch bergab. Wir hatten tatsächlich bis zur Grenze schlechtestes Wetter und dann fahren wir um die Kurve und schwups ist es aus mit Regen und trostlosem Wetter.

Von nun an sind wir nur noch talwärts geradelt – mit fröhlichem Rückenwind und es ging alles wie das berühmte Brezelbacken. Kilometer um Kilometer haben wir hinter uns gebracht und stets talwärts führte die Route. Nach einer kurzen Pause in Tolmezzo sind wir dann über den Lago di Cavazzo geradelt und immer weiter und weiter bis wir schließlich in Udine nun angekommen sind.

Übrigens immer entlang der Ölpipeline von Triest nach Ingolstadt….

Wir sind heilfroh – es hat 25 Grad Celsius – die Sonne scheint und wir freuen uns auf Bella Italia…

…drum bin ich gefahren, was das Zeug hält – jetzt liege ich völlig entkräftet in unserem Zimmer. Schreiben geht noch. Alles andere wird schwer. Ich habe mir die ganze Zeit beim Fahren darüber den Kopf zerbrochen, wieso alles immer so schlimm ist. Vieles liegt wirklich am schlechten Wetter. Ich bin wie ausgewechselt, seit die Sonne mich anstrahlt.

Ich liebe Obergriesbach. Aber irgendwie lebt sichs doch einfacher, wenn man in einem Land unterwegs ist, wo man potenziell nicht erfrieren muss, wenn man mal kein Dach überm Kopf hat!

30.07.2010

Fahrtvideo von Toni

Fescher Bursche, mein Toni, nicht wahr?

Der Toni benimmt sich anständig

… das ist die junge unbekannte Dame auf dem Foto, die uns den genialen Tipp mit der Pizzeria Odeon gegeben hat. Sie lebt in Udine, spricht ein wenig Deutsch und studiert Geschichte.

…. mmhhhh – dort war es so richtig lecker und so findet der Tag seinen perfekten Ausklang.

Ich war schon oft am Meer, mit dem Auto oder mit dem Flieger aber noch nie per Fahrrad. Das muss ich sagen, hat eine besondere Qualität!

Nun sind wir seit 1 Woche unterwegs und haben die Berge hinter uns. Wir sitzen in Triest im Waschsalon und bringen unsere Klamotten auf Vordermann.

Unsere Gedanken gehen zurück auf die schon hinter uns liegende Strecke: Von München aus zum Tegernsee, dann der Schliersee, der Ursprungpass und hinunter nach Kufstein. Von dort weiter nach St. Johann in Tirol und im Tal bleibend über Fieberbrunn nach Saalfelden. Dann sind wir über Zell am See nach Bruck und damit an den Fuß des Großglockners gekommen.

Über diese sehr anstrengende Großglocknerstraße kamen wir dann nach Heiligenblut, dann über den Iselsberg und kurz vor Lienz sind wir in Richtung Oberdrauburg gefahren. Anschließend noch 2 kleine Pässe und wir waren in Italien. Dort haben wir die Bundesstraße gewählt und sind über Tolmezzo nach Udine und von dort aus nach Triest gekommen.

Morgen geht es weiter – über ein kurzes Stück Slowenien gelangen wir dann nach Kroatien, wo wir auf die Insel Cres fahren werden.

Fazit der ersten Woche: Wir wollten es bis Udine schaffen und sind nun doch gut 70 km weitergekommen als gedacht. Das macht uns froh und so werden wir munter weiterstrampeln… Und wir hoffen, ihr seid auch in den kommenden Tagen und Wochen wieder dabei.

31.07.2010

Der Allerwerteste

Die Mutter aller Fragen beim Radfahren: wie gehts eigentlich dem Allerwertesten?
Unsere Antwort nach 1 Woche und ca. 500km: prima!
Ganz im Ernst – wir haben einen tollen Sattel – mit Lüftungsschlitz in der Mitte. Das macht das Sitzen sehr angenehm, weil wir eben nicht so dramatisch schwitzen. Der Sattel “zieht” vorne die Luft ein und zwischen den beiden Sitzschenkeln kommt diese wieder raus.
Zudem haben wir natürlich perfekt gepolsterte Fahrradhosen und so fühlen wir uns derzeit noch sehr wohl…. 🙂

Toni hat mich heute während der Reise gefragt, wieso ich nach Istanbul mit dem Fahrrad fahre. Ich habe eigentlich nie hinterfragt, wieso ich es tun will. Aber heute auf dem Rad konnte ich es tun. Ja, warum macht man so etwas? Ist es nicht sinnlos, so etwas zu tun? Zuerst dache ich mir das. Dann fiel mir ein, dass ich in einem Kommentar gelesen habe, dass jemand, der nicht außer Haus kann, unsere Reise mitleben kann. Dann inspirieren wir offensichtlich viele Menschen, etwas zu tun, was sie schon lange einmal tun wollen.

Das ist die eine Sache. Die andere ist die, dass ich wirklich daran interessiert bin, wie sich die Unterschiede der einzelnen Länder anfühlen. Ja sogar innerhalb eines Landes ist der Unterschied zu spüren. Wenn man mit dem Rad unterwegs ist, bewegt man sich langsamer und hat bessere Antennen dafür. Da ist zum Beispiel das elegante Udine mit all den schönen Frauen, gestylt, schlank, reich. Tolle Boutiquen und alte gut renovierte Häuser. In Triest sind die Menschen vom Aussehen her schon sehr slavisch, blond, eher pragmatisch gekleidet. Die Innenstadt ist größer, aber irgendwie scheint es, als ob die Triester sich nicht allzuviel aus Flaniermeilen machen.

Ja, und noch ein Grund, wieso ich nach Istanbul mit dem Rad fahre ist der Spruch auf unserem Monatskalender im Juli: “Wer kein Ziel im Leben hat, verläuft sich”. Der Weg nach Istanbul ist das Leben. Das Ziel braucht man, um auf dem Weg zu sein, und um sich nicht zu verlaufen.

31.07.2010

Im Waschsalon

waschsalon

Unser heutiger Mensch des Tages hat uns geholfen a) das Meer zu finden (ehrlich!!!) und b) dort ein tolles Restaurant zum Mittagessen aufzutreiben.

Vielen Dank Rosella!

Wir sind soeben in Rijeka eingetroffen und dann sofort in Richte Fähre, um nach Cres überzusetzen. Aber mitnichten – das Ding nimmt nur Personen und somit keine Fahrräder mit.

Das war es dann wohl mit dem Besuch der Insel Cres. Wir könnten ca. 50 km zurückradeln – nach Brestova – und von dort aus übersetzen. Mmmh – aber zum Zurückfahren haben wir irgendwie keine Lust. Wir wußten, daß die Fähre nach Cres um 17.00 Uhr ablegt – und wir hatten es rechtzeitig geschafft. In Gedanken habe ich mich am heutigen Abend schon in Cres Im Hafen sitzend und lecker Fisch essend gesehen.

Das kann ich nun vergessen.

Wir müssen umdisponieren. Wir hatten uns das Inselspringen in Kroatien ganz einfach vorgestellt – aber so scheint es nicht so gehen. Wir müssen also unsere Planung nochmals genau prüfen und eben auch schauen, wann welche Fähren fahren und wen oder was die tatsächlich mitnehmen.

So bleiben wir heute also in Rijeka und nehmen die weitere Detailplanung in Angriff.

Übrigens sind wir heute über 2 Landesgrenzen gefahren – erst Italien-Slowenien und dann Slowenien-Kroatien. So etwas macht man auch nicht alle Tage.

Das Herausfahren aus Triest war übrigens stressig: es ging ziemlich rasch auf gut 300 Höhenmeter nach oben. Auch der weitere Weg in Richtung Rijeka war ein tapferes bergaufradeln. Ich hatte gar nicht gedacht, daß es hier so hügelig sein kann. Entschädigt wurden wir mit einer wunderbaren Landschaft – grün, bewaldet und sehr natürlich und auch sehr einsam.

Und in jedem Restaurant in Slowenien gibt es Spanferkel – frisch gegrillt und zubereitet – lecker!!

 

Der Mensch des heutigen Tages  heißt Giorgo und wir haben ihn in Triest getroffen. Er war vor über 45 Jahren in Berlin in der Gastronomie tätig und seither liebt er die Deutschen und deren Sprache. Sein Sohn wohnt in München. Wir konnten uns wunderbar in deutscher Sprache unterhalten – und das, obwohl er jahrelang diese Sprache nicht mehr verwendet hat.

Ohne ihn würden wir wohl jetzt noch in Triest rumkurven, weil der richtige Weg heraus gar nicht einfach zu finden ist (trotz Navigation etc.)

Für alle Anwender des Apps auf dem iPhone oder iPad: Es würde uns riesig freuen, wenn ihr im AppStore für unsere App “Leben atmen” eine Bewertung oder/und eine Rezension einstellen würdet. Vielen Dank.

Für mich war diese Tagesetappe nervig. Den ersten Teil aus Triest heraus musste ich schieben, unmöglich mit Gepäck den steilen Berg hoch zur Hauptstraße zu fahren. Das ging sogar soweit, dass Toni mir ein kleines Stück das Rad schieben musste.

Dann diese Straße! So viele verschiedene tote Viecherl habe ich noch nie gesehen. Verstehen kann ich es schon. Kaum sind die Italiener über ihrer eigenen Grenze, geben sie Gas. Leider gibt es auch – speziell deutsche – Motorradfahrer ohne Hirn, die einen anhupen, so kurz hinter einem  und dann kreischende anfeuernde Parolen schreien. An dieser Stelle lasse ich mich nicht weiter aus.

Ich habe mich schon, wie das erlegte Eichhörnchen auf der Fahrbahn liegen sehen. Das macht mir die Nerven kaputt. Toni hingegen war ganz cool. Er meinte nur “die überfahren dich schon nicht!”. Das kommt davon, wenn man zuviel denkt und sich als Frau alle möglichen und unmöglichen Sachen ausmalt.

1000 Höhenmeter rauf bedeuten allerdings eine tolle Abfahrt wieder bis runter ans Meer. Das habe ich dann genossen, weil alle Wohnmobile und Autos wahrscheinlich in Richtung Brestova abgebogen sind – haha – ausgeschmiert, da gibts die Autofähre zur Insel Cres.

Die Kroaten sind harte Nüsse. Wir beschwatzten den Kapitän, ob er uns mitnimmt, wir hatten keine Chance. Ich hätte heulen können. Schade, Cres ist für mich mein persönliches Paradies.

Naja, ich war weder auf Krk noch kann ich mich an den Besuch auf Rab richtig erinnern, da werden wir uns die nächsten Tage tummeln. Vielleicht gibts ja noch mehr persönliche Simoneparadiese…

Leider funktioniert im Moment unsere Bildergalerie im Reiter “Details” auf dem iPhone bzw. iPad nicht mehr. Wir arbeiten an einer Lösung.

Falls Euch die Bilder interessieren, müßt ihr im Internet auf die Site “” schauen. Dort haben wir die eine Seite mit dem Titel “Bilder”.

Weiterhin gibt es für das iPhone/iPad eine App namens “Galerie” (gratis).

http://ax.itunes.apple.com/de/app/mobileme-galerie/id350223710?mt=8#ls=1

Dort kann man einen “Freund hinzufügen”. “Mitgliedsname” eingeben und “ochsenkuehn” eintragen. Dort findet man den Reiter “München-Istanbul”.

2.08.2010

Krk

Wir melden uns von der Insel Krk. Wir wollen die Fähre nach Rab nehmen.

krkfahrt

2.08.2010

Auf der Fähre

Pffff – geschafft: Wir sind auf der Fähre nach Lopar auf der Insel Raab.

Wir sind mit der Fähre von Krk nach Lopar auf Rab gefahren, von wo ich mich melde. Heute sind wir wirklich ziemlich erschöpft. Das Rauf und Runter Dalmatiens ist brutal anstrengend. Die Hitze ist in Ordnung – bloß kein Regen mehr!! Wir werden zwar konditionell besser, aber jetzt haben wir eine Pause nötig.

Wir werden eine Nacht länger auf Rab bleiben, um dann mit der Fähre entweder ans Festland oder gleich nach Pag überzusetzen. Die Straße an der Küste ist für Radfahrer ein Graus. Kein Platz – Nur Auto an Auto. Lastwägen rauschen an einem vorbei und es stinkt fürcherlich nach Abgasen. Bernd, ein lieber Bekannter, hatte mich schon vorgewarnt, aber glauben kann ich es erst jetzt. Ich hoffe bloß, dass wir diesen Horrortrip wirklich soweit wie möglich aussparen können. Ansonsten denke ich ernsthaft darüber nach, ob ich den Verstand verloren hatte, als ich gesagt habe, wir fahren nach Istanbul mit dem Rad…

Mit der heutigen Etappe haben wir nun ca. ein Viertel unseres Weges absolviert. Wir sind in Kroatien, wo wir auch die meiste Zeit verbringen werden. Es ist Sommer hier – die Pinien duften, die Zikaden machen ein Höllenlärm, das Meer ist blau und wir freuen uns schon auf das frische kroatische Essen.

Die Leute sind alle unglaublich nett hier und wir fühlen uns pudelwohl.

Nochmal kurz zu Italien: Wir haben die letzten Tage immer wieder darüber gesprochen, was es wohl ist, daß die Italiener im Allgemeinen so lebenslustig sind. Der Unterschied zu Deutschland, Österreich oder zu Kroatien ist schon enorm. Das Leben scheint dort in Italien so einfach, so leicht, so luftig zu sein. Aber wir können uns nicht erklären, warum das so ist..

Vielleicht habt ihr ja Erklärungen dafür.

Boris: Er hat uns einen gigantisch leckeren Fisch serviert. Er liebt seinen Job als Kellner über alles. Als wir ihn nach seinem Namen gefragt haben, hat er lauthals losgelacht: “Ich heiße Boris – ein russischer Name – ich mag ihn nicht besonders”.
Weiterhin hat er uns einen sehr schmackhaften Rose-Wein zum Fisch empfohlen und serviert. Köstlich!

3.08.2010

Rab

Uff – wir sind aus dem touristischen Lopar geflüchtet – ursprünglich wollten wir ja ausruhen – so haben wir alles zusammengeräumt und sind nun in Rab. Wesentlich gemütlicher, weniger Rammelbammel. Morgen starten wir von hier mit der Fähre nach Pag.

Zur allgemeinen und zu meiner eigenen Beruhigung bezüglich der Straßen sei gesagt: wir haben natürlich die Alternativstraßen auf dem Plan. Aber z. B. gestern ging es nicht anders, als den Autoput zu nehmen und manchmal wird es auch in Zukunft nicht immer möglich sein, ihn zu umgehen.

3.08.2010

Rab ist wunderbar

rab

Unser Mensch des Tages auf Rab hat eine junge traurige Geschichte. Diese junge Dame hat eine seltene fortschreitende Muskelkrankheit. Sie verbringt seit geraumer Zeit ihre Stunden bereits im Rollstuhl. Sie ist Österreicherin und erstaunlich: Sie ist voller Lebensmut und sehr lustig. Sie genießt jeden Moment im Leben, sagt sie. Ich glaube, sie hat was, was uns manchmal fehlt: Gelassenheit.

Ehrlich gesagt, macht Madlene uns Mut statt Angst. Und wir sind froh, so Gott will, nach Istanbul radeln zu können.

4.08.2010

Mittagessen in Pag

Nachdem es heute morgen mit unserem Fährboot nicht geklappt hat, haben wir kurzerhand mit dem Taxibootfahrer gehandelt. Er brachte uns an die Spitze der Insel Pag. Zuerst war die Fahrt ganz schön aber dann blies uns kräftiger Wind entgegen und von der Seite. Wir sind ganz seekrank, nein nicht vom Bootfahren, sondern vom Segeln mit dem Rad gegen den Wind..

karlmay

4.08.2010

Auf der Insel Pag

pag_insel

4.08.2010

Heute ist Heute

Was denkt man so den ganzen Tag, wenn man auf dem Rad fährt?

Den größten Teil des Denkens nimmt das Fahren selbst ein. “Hoffentlich falle ich nicht vom Rad, fahr geradeaus, auweh jetzt kommt ein Auto, nein schlimmer ein LKW, hoffentlich sieht der mich, oh nein, schon wieder ein Berg, ah jetzt bergab, schee! Aber lieber raus aus den Klickpedalen, sonst fall ich hin, usw. usw.”

Dann denke ich daran, dass es Toni unheimlich viel Spaß macht, mit mir mit dem Rad nach Istanbul zu fahren. Ich weiß, dass Männer sich bisweilen sehr gerne bewegen, und natürlich die Action lieben. Das hat Mann hier auf alle Fälle. Ich muss mich nur trauen.

Apropos: heute bin ich am verzagen. Ich dachte: wir haben ja schon ein Drittel des Weges – WAS? Erst ein Drittel!!!! Noch zweimal so weit wie jetzt, vielleicht nochmal siebenmal den Großglockner hoch und zurück –  bäh..

Vielleicht sollte ich beim Radfahren lieber doch nur ans Radfahren denken. Heute ist Heute, oder?

Unser Mensch und Held des Tages ist eindeutig unser Fährmann. Er hat uns für einen guten Preis schnell ans andere Ufer gebracht. Und er macht seinen Job saugerne – wen wunderts – es gibt schlechtere Arbeitsplätze, oder?

Heute sind wir schon 50 km geradelt. Da tut eine Stärkung gut.

5.08.2010

Schöner Fahrtag

Also mir hat es heute ganz ausgezeichnet gefallen. Es war zwar mit ca. 30 Grad ziemlich heiß, jedoch hatten wir angenehmen Gegenwind und so war es alles in allem sehr erträglich.

Oftmals ging es ebenerdig voran, manchmal leicht auf- oder abwärts. Links und rechts unseres Weges gab es herrliche Ausblicke.

Ich fühlte mich an meinen Studentenzeit erinnert. Damals bin ich in den Semesterferien immer gemütlich vor mich hingeradelt und ich konnte mich dabei gut entspannen, die Natur bestaunen und es war ein Gefühl von Freiheit.

Und das habe ich heute wieder erleben dürfen – wunderbar!!!

Wir haben nun schon ein Drittel unseres Weges. Und noch sind wir guten Mutes. Morgen sollten wir Split erreichen und dann geht es weiter – immer weiter – bis nach Istanbul.

Heute ist ein besonderer Tag: Vor 15 Jahren haben die Serben Kroatien verlassen und so wurde der Krieg hier beendet. Das konnte wir heute hautnah spüren. Zum einen ist heute Feiertag in Kroatien. Überall wehen die Fahnen und die Menschen feiern diesen Tag. Weiterhin beginnen heute zudem die Ferien in diesem Land.

Und wir sind heute durch eine Region geradelt, in der man den Krieg noch “sehen” kann. Es gibt Gebiete, die wegen der dort liegenden Mienen nicht betreten werden dürfen.

Auch haben wir links und rechts unseres Weges verlassene Häuser mit Einschüssen gesehen.

Und unser Mensch des Tages hat in diesem Krieg sein Restaurant verloren. Es wurde zerstört. Sein Sohn hat es neu erbaut und dort hatte wir heute Mittagsrast und wir konnte Geschichte hautnah erleben. In Bildern und Worten hat der Seniorchef uns vom Krieg und den Wirrungen erzählt.

Das Gemälde hinter uns zeigt sein “altes” Restaurant und den Gutshof, der seit 5 Generationen im Besitz dieser Familie war.

Als Gastgeschenk hat er uns eine ganze Flasche Haselnußschnaps – selbst gebrannt – mitgegeben. Als Wegzehrung 🙂

Immer tiefer dringen wir in das Land Kroatien vor. Man spürt von Kilometer zu Kilometer, dass das Land weiter unten noch ursprünglicher, natürlicher ist. Obwohl es hier in Sibenik freilich Touristen gibt, wirkt die Region ärmer als weiter oben, beispielsweise in Istrien. Die Menschen sind nicht vom Tourismus überdrüssig und finden uns “symphatisch”. Wirklich viele, besonders die Älteren sprechen Deutsch, die Jugendlichen englisch. Sie sind sich nicht zu fein dafür, sind dennoch stolz auf ihre Nationalität.

Zum Thema Essen: Man kann hervorragend Fisch essen, vor allem am Meer, aber auch das Schwein ist Nationalspeise und immer frisch vom Spieß. Man serviert Pager Käse (eine Spezialität) zum Frühstück und reicht vom Strauch gepflückte Tomaten dazu. Die Tomaten schmecken nach Sonne, anders als bei uns, und die Oliven sind köstlich. Auch den Salat kann man getrost bestellen und genießen. Vielerorts gibt es aus dem Holzofen gebackenes frisches Brot. Bis jetzt habe ich noch nichts finden können, was zur Beanstandung beitragen könnte. Das Essen ist einfach zubereitet, nicht mit riesigen Tricks oder Geschmacksverstärkern versehen.

Klar, der Cappucino ist nicht so gut in Italien, aber es gibt ihn auch hier. Der Vino wird selbstgemacht, schmeckt zur Brotzeit wie zum Fisch. Das Pivo ist für den Bayern leider nur eiskalt genießbar 😉

… Von Slatine nach Split. Derweil benutzen wir den offenen Wi-Fi-Knoten und stellen diesen Artikel ein.

6.08.2010

Ankunft in Split

Vor 14 Tagen sind wir abends in München angekommen, um am nächsten Tag losfahren zu können. Wir hatten Regen – aber noch bei angenehmen 20 Grad.

Heute sind wir knapp 1000 Kilometer weit von München entfernt. Mit dem Fährboot sind wir von Trogir/Slatine nach Split übergesetzt. Vorbei am Flughafen Split ging es direkt an den malerischen Hafen. Wow!!!

Hier ist Hochsommer! Herrliches Wetter – blauer Himmel – tiefblaues Meer und Touristen aus allen Herren Länder sind hier zugegen.

Wir wollten ein uns ein Zimmer nehmen. Doch das Tourismusbüro hat uns keine Hoffnung gemacht: Alles voll. Doch wenige Minuten später kam ein Mann Mitte 60 auf uns zu. Er habe ein Zimmer in der Nähe des Hafens und möchte uns das gerne vermieten. Wir fragen nach – auch für eine Nacht? Er – ja – klar – kein Problem.

So residieren wir nun oberhalb des Hafens – schauen auf denselbigen hinab. Hinter uns der Split vorgelagerte Pinienwald.

Simone hatte soeben die Idee, hier ein leckeres Picknick zu machen. Das werden wir wohl tun. Nur noch mal schnell runter in die Stadt und frische Dinge eingekauft und dann können wir die Aussicht genießen.

Zudem sind wir sehr stolz auf uns: Wir liegen sehr gut im Plan. Das Radeln klappt prima. Natürlich ist es bisweilen anstrengend. Dann aber wieder herrlich und einzigartig.

Wenn ich darüber nachdenke, was wir in den vergangenen 2 Wochen schon alles erlebt haben…. Das lässt uns den noch kommenden Tagen und Wochen positiv entgegensehen.

Oh – das darf ich nicht vergessen: Die Kroaten sind alle sehr sehr nett. Besonders die Menschen, die bereits in Deutschland gearbeitet hatten. Sie loben unser Land und unsere Kultur in den allerhöchsten Tönen.

So macht das Reisen richtig Spaß.

splitankunft

Sibenik hat eine wunderbare Altstadt, verträumte Gassen, romantischer Hafen, nette Cafes. Das Highlight Sibeniks stellt der Gotik-Renaissance-Dom in der Nähe des Hafens dar. Er ist komplett aus Stein erbaut – innen wie außen – sogar der Altar und die Figuren darin sind aus weißem besonderen Stein. Im Jahre 2000 ist der Dom zum Weltkulturerbe erhoben worden. Verdient wie wir finden.

Wir haben noch nicht viel gesehen von dieser Hafenstadt, aber das was wir gesehen haben, ist wirklich schon mal toll! Das riesige rundliche Hafenbecken mit den gr0ßen Schiffen hat viel Platz, so dass auch alle Schiffe darin gut aussehen, nicht so gestapelt, wie in manch anderen Häfen.

Die Promenade lädt zum Flanieren ein – schike Leute schlendern auf und ab und gönnen sich ein Eis. Wenn ich diesen Artikel fertig habe, begeben wir uns aus der Laube auch dorthin – nur fünf Gehminuten entfernt.

Ich bin wirklich überrascht von dieser Stadt! Das hätte ich nicht gedacht, dass es hier so schön sein kann.

Übrigens danke an einen unserer Leser für den Tipp mit der Fähre von Trogir hierher. Ich glaube, dadurch ist uns einiges an hässlichem Verkehr erspart geblieben.

Um 10.15 Uhr starten wir und um 13 Uhr sollen wir dann am Zielhafen sein.

7.08.2010

Immer bergauf

weiterhinauf

unterwegskorcula

Wer schon länger mit dem App dabei ist, der kennt ja den Menschen des Tages…

Heute nun starten wir mit etwas Neuem: dem Spruch des Tages.

Spruch des Tages für den 7.8.:

Unglaublich, daß auf einer so kleinen Insel so viele Berge Platz haben.

Ich bin wirklich zwiegespalten, was dieses Radfahren betrifft. Während Toni jeden Berg mit wachsender Freude schier hinauffliegt, schnaufe ich hinterher wie ein lahmes Kamel, dabei hat er noch viel mehr Gewicht an seinem Drahtesel. Verstehen kann ich es nicht. Vielleicht liegt es an meiner Einstellung, vielleicht am mangelnden Willen, die Bergspitze gut gelaunt zu erreichen.

Aber dann habe ich diese unglaublich atemberaubenden Ausblicke! Und die rasanten Abfahrten, auf denen man sich flugs erholt. Die entschädigen mich dann doch und lassen mich diese elenden Anstrengungen fast sofort vergessen. Und natürlich ist auch das Erleben an sich viel intensiver. Wenn ich mit dem Auto hochfahre, kann ich den Ausblick ebenfalls genießen, aber das ist wirklich nicht das gleiche. Um diese fast schon unheimlichen Hochgefühle nach den Anstrengungen zu erleben, kann man nicht beschreiben, man muss es wohl selbst tun…bis zum nächsten elenden Anstieg…

aufderfaehrekorcula

Und da bin ich hoch und noch weiter! Was für eine Insel. Der höchste Berg hat 1000 Höhenmeter. Dass es anstrengend wird war gestern schon klar aber so? Ich kann zwar nicht gut rechnen, dennoch habe ich beim verweifelten bergaufradeln folgende Rechnung aufgemacht:

8% Steigung + 3 Stunden + 36 Grad + Gepäck – Essen = Großglockner in Hvratska!

Hätten wir in den Alpen nicht üben können, dann hätten wir die kroatischen Berge sicher nicht geschafft.

8.08.2010

Kroatien erleben

Nachdem wir in diesem herrlichen Land nun schon einige Tage unterwegs sind, bin ich der Meinung, daß es nur zwei Möglichkeiten gibt, diese einmalige Natur zu erleben: Entweder mit ein Boot oder eben mit dem Fahrrad.

Nur so kann man diese herrliche Landschaft in allen Zügen genießen. Mit dem Auto oder Motorrad geht alles viel zu schnell. Die Details bleiben so auf der Strecke.

Aber mit dem Rad ist es nicht ganz einfach – viele Höhenmeter sind zu überwinden.

Wir sind heute in Darce geblieben. Einfach weil das Meer hier noch blauer, die Pinien noch duftender und die Sonne wohl noch schöner ist. Wir waren einfach am Strand gelegen, haben den Himmel beobachtet, das erfrischende Meer genossen – einfach uns entspannt und es war wunderbar.

Unser Zimmer hat natürlich Meerblick und es ist traumhaft schön, hier zu sein.

8.08.2010

Körpermittelpunkt

Irgendwie ist das ein komisches Gefühl – ich habe den Eindruck, daß mein Körpermittelpunkt sich nach unten verlagert.

Hört sich vielleicht komisch an. Aber ist so.

Normal fühle ich meine Körpermitte leicht oberhalb des Bauchnabels. Durch das Strampeln und Treten habe ich nunmehr den Eindruck, daß sich der Mittelpunkt nach unten verschoben hat.

Ich kann ihn noch nicht genau orten – aber es irgendwie ein Stück nach unten gerutscht.

Ein völlig neues Gefühl.

Heute, das muss ich sagen, glaube ich, bin ich an eine körperliche Grenze gestoßen. Es ist ja nicht nur die Anstrengung, die Hitze, der Berg. Auch die Konzentration, die Autos, die knapp an einem vorbei fahren – alles zehrt an Körper und Nerven. Irgendwo oben am Berg kamen mir heute die Tränen, nein eher ein Wasserfall aus Tränen. Keine Ahnung warum, aber es war sooo anstrengend da hoch.

Da dieses kleine Örtchen Dartce solchen Charme versprüht, wollte ich einfach bleiben, meine müden Knochen und Muskeln ausruhen, ein bisschen zu Kräften kommen.

Heute bereue ich es, nicht früher schon sportlich gewesen zu sein. Der/diejenigen, die sich seit Kindesbeinen an mit Sport befassten, ja für die wäre dies wohl ein Spaziergang.

Ich höre mich noch zu Toni am Küchentisch in Obergriesbach sagen, als er kleinlaut meinte: “Sollten wir nicht doch die Donauroute nehmen?” Ich: “Pah!!! Das ist doch nur für Weicheier!”

Heute wäre ich gerne das Weichei auf der Donauroute…

nach Dubrovnik und genießen den stillen und romantischen Hafen von Sobra.

9.08.2010

Wendepunkt

Mit dem heutigen Tag haben wir einen Wendepunkt in unserer Reise geschafft: Zum einen haben wir etwa die Hälfte des Weges zurückgelegt und zum zweiten kommt nun der Teil der Strecke, den wir eigentlich gar nicht kennen.

Wir sind bislang durch Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien gefahren. Allesamt Länder, die uns von bisherigen Reisen schon bekannt waren. Wir konnten uns also vorstellen, was auf uns zukommen wird.

Morgen werden wir wohl Kroatien verlassen und nach Montenegro einfahren. Wenig später kommen wir nach Albanien, dann kurz nach Mazedonien und vor der Türkei radeln wir noch durch den Norden Griechenlands.

Wenn wir jemandem erzählen, daß wir durch Albanien wollen, ernten wir meist erschrockene Gesichter. Wirklich niemand war bislang dort, doch jeder warnt uns vor den holprigen Straßen, den Einwohnern, die uns alles klauen werden, etc.

Aber der Reihe nach – morgen steht erstmal ein Stück der E65 an – heftiger Verkehr wartet dort auf uns und dann eben die Einreise nach Montenegro.

Heute abend werden wir in Dubrovnik bleiben. Ich hatte mir die Stadt sehr interessant vorgestellt. Auf den ersten Blick ist es das nicht – aber wir werden sehen….

 

 

9.08.2010

Der Italiener…

.. ist schon ein lustiger Kauz: Er will es einfach nicht wahrhaben, daß außerhalb seines Landes kaum jemand italienisch spricht. Besonders nervig ist das stets an den Ticketständen für die Fähren. Je weniger sein Gegenüber kapiert, desto schneller und eifriger versucht der nette Italiener ihn in seiner Landessprache von seinem Anliegen zu überzeugen.

Heute habe ich es sogar erlebt, daß die italienische Familie einen Zettel und einen Stift herausgezogen haben, um deren Anliegen in einer Zeichnung darzubieten.

Dabei käme er hier in Kroatien mit ein paar Brocken Englisch leicht zu recht. Aber das ist dem netten Italiener wohl noch nicht zugetragen worden.

9.08.2010

Dovidenja Hvratska

Heute sind wir wahrscheinlich den letzten Abend in Kroatien. Mir ist schon ein wenig mulmig zumute, wenn ich an die großen Unbekannten Montenegro und Albanien denke.

Andererseits muss ich immer wieder am eigenen Leibe feststellen, dass mich Vorurteile vor Unbekanntem quälen, seit ich denken kann. Zum Beispiel Türkei: 1994, unser erster gemeinsamer Sommer, den wollte Toni gleich schon mal in der Türkei verbringen. Er hatte einen türkischen Studienkollegen, Turan, der war sehr nett und dieser inspierierte ihn wohl, dorthin zu reisen.

Ich persönlich hatte mehr Angst als Vaterlandsliebe, dort einzureisen. Und was war? Es war einer meiner schönsten Erlebnisse, denn die Türken waren so hilfsbereit, das Essen wunderbar, das Meer noch blauer als irgendwoanders und und und…

Misstrauisch und ängstlich bin ich jetzt wieder. Bis jetzt aber waren alle meine Bedenken unbegründet. Die größte Gefahr stellen tatsächlich die Autofahrer dar. Ansonsten war unsere Reise bis jetzt – Toi toi toi – angenehm und ich habe sie als sicher empfunden. Keiner, der uns was will etc.

Ihr seid hoffentlich alle dabei, wenn wir morgen die Grenze des Unbekannten Landes Namens Montenegro überschreiten. In diesem Sinne, einen wunderschönen Abend! Grüße aus Dubrovnik, hoch über den Dächern der Stadt.

Morgendliche Sommerstimmung im schönen Dubrovnik. Die Festung wirkt uneinnehmbar..

Heute morgen sind wir in Dubrovnik gestartet, haben uns noch die Stadt kurz angesehen. Viele Stufen verhinderten, dass wir uns dort lange mit den Rädern aufhalten konnten. Es war noch früh, aber die Touristenströme setzten bereits ein. Läden an Läden, Restaurants an Restaurants beherrschen die wunderschöne Innenstadt. Es ist erschreckend und schade, wie die Kroaten sich nach den Touristen richten. Gut, wir sind ja auch welche, jedoch könnten wir gut mit den kroatischen Gegebenheiten leben. Andere wohl nicht. Sie brauchen ihr “Wiener Schnitzel”, auch hier – und das schlimme ist, sie kriegen es.

Nach einem unwahrscheinlich schnellen Trip auf der Hauptstraße sind wir nun im Land Montenegro “gelandet”. Und mein erster Eindruck: an der Küste hier ist es ein einziger Touristenhaufen. Da sind Kroatien und Griechenland miteinander ja einsam!

Hier gehts zu, wie in einem Bienenschwarm. Der Cappucino schmeckt wie in Kroatien, dafür kostet er nur einen Euro. Also absolutes Billigurlaubsland, wie es scheint. Alle möglichen Nationalitäten trifft man hier an – Franzosen und Norweger, Deutsche und Holländer, Italiener, Polen, Tschechen usw.

Kontakt mit Einheimischen hatten wir auch schon, aber allesamt wirkten “genervt” – wahrscheinlich von diesem Auflauf hier. Okay. Wir werden einfach noch weiter Eindrücke sammeln müssen, um uns ein Bild von diesem Land zu machen. Ich hoffe, wir schaffen das, denn Toni will morgen schon über die albanische Grenze sausen. Uff.

Ein strammer Rückenwind beim Radfahren ist wie ein 3. Bein.

Wir sind ja nun schon eine Weile unterwegs und haben verschiedene Länder bereist und dabei auch jede Menge Unrat am Straßenrand gesehen.

Und hier unsere Frage: Was glaubt ihr, welches “Ding” ist definitiv am häufigsten am Straßenrand liegend zu sehen? (Unabängig vom Land!)

Bei korrekter Antwort dürfen sich die Personen ein Buch ihrer Wahl aus unserem Verlag aussuchen (http://www.amac-buch.de) und wir senden es kostenfrei zu.

Bitte die Antworten als Kommentare (korrekte E-Mail-Adresse) zu diesem Artikel eintragen und am 16.8 werden wir dann die Antwort bekanntgeben.

Ein kleiner Tipp: Das “Ding” gibt es nur in wenig verschieden Packungsgrößen – deshalb ist die Nennung des Markennamens auch ok!

Viel Erfolg!!!

Mit dem heutigen Tag beginnt erneut das 30tägige moslemische Fasten. Es endet mit dem Zuckerfest am 8. September. Während dieser Zeit darf nur vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang gegessen und getrunken werden.

An vielen Orten wird abends das Fastenbrechen mit Böllerschüssen eingeleitet. Zudem gibt es in dieser Zeit eine Reihe von Spezialitäten wie z.B. Fladenbrot mit schwarzen Sesam bestreut oder Helva (Süßspeise), etc.

11.08.2010

Budva.

budva

Heute hatten wir hier im ganzen Lande Stromausfall und anscheinend hat das auch die Telefonleitung betroffen, so melden wir uns erst spät, zumal wir auch spät das allerletzte Zimmer ergattern konnten.

Wir haben es heute nicht bis zur albanischen Grenze geschafft. Das lag einfach daran, dass die Küstenstraße eine glatte Selbstmordstrecke ist.

Hier ist für Radfahrer kein Platz. So haben wir nach dem Flughafen von Tivat eine Ausweichstrecke über die Berge genommen – Alter, gings da hoch! Also entweder zehrt das Land an den Nerven oder an den Kräften. Oben angekommen, ging es dann ganz idyllisch zu. Lange hat der Spaß nicht angehalten. 7 Kilometer vor Budva mussten wir wieder diesen Autoput nehmen, woraufhin ich vollends am Boden zerstört war. Als wir in einer Bar zu Kräften gekommen sind, kam Toni die Blitzidee: Vielleicht gibt es ja eine Fähre nach Bar!

Ja und so war es auch. Es war wie ein kleines Wunder, 15 Minuten später haben sie uns mitgenommen. Aber es war keine normale Fähre, sondern ein Partyboot! So kennen wir nun jeden Strand von Montenegros Küste!

Wir haben vom Boot aus gesehen, dass es eine gute Entscheidung war, den Seeweg zu nehmen.

… aber dann tauchte das Wegschild auf und uns war auf einmal wieder alles sonnenklar..

Kein Fußballplatz in Montenegro!

Weil es hier nur Berge gibt.

Das Land ist sehr bergig, die Berge erheben sich fast direkt am meer nach oben. Dahinter liegt mediterane Landschaft. Hier in Bar ist noch der Osten zu spüren – schnurgerade Straßen und grässliche Gebäude. Dazwischen aber werden schöne Wohnblöcke gebaut und man kann es vielleicht so zusammenfassen: Das Land befindet sich im Wiederaufbau.

Gestern hatten wir kein Wasser, der Herbergswirt hat aber eine Gartendusche aufgebaut, so konnten wir duschen. Das Wasser ist dieses Jahr knapp um Strom und Wasser zu erzeugen…Das regnets in Deutschland ab!

Die Menschen, die wir getroffen haben sind eher zurückhaltend, manchmal unfreundlich, selten lachen sie (obwohl sie das gleiche Klima wie die Italiener haben).

Sie brauchen den Tourismus, es scheint aber, dass sie das nicht so schätzen.

Diese Eindrücke sind selbstverständlich subjektiv.

Heute erreichen wir Albanien. Ich bin jetzt wirklich neugierig. Nach allem, was der Reiseführer sagt, muss es ein interessantes Land sein. Drückt uns die Daumen!

Soeben haben wir die Grenze überquert und gönben uns eine Pause bei heissen Temperaturen über 38 Grad. Der erste Eindruck: Wie in der Türkei! N Haufen alter Mercedes und nette Menschen, die einem zuwinken. Mal sehn, wie es weitergeht..

Nur jedes zehnte Auto in Albanien ist kein Mercedes.

Nun sind wir also in Albanien eingetrudelt – genauer: Skadar oder Shkoder.

Wenn ich ehrlich bin, hat mich das Land seit meinen Kindheitstagen interessiert. Als wir Erdkunde in der Schule hatten, erfuhren wir beinahe über jedes Land der Erde genaue Dinge. Lediglich Albanien war immer außen vor. Niemand wußte etwas. Die Hauptstadt war Tirana und das war schon das einzige, was aus diesem seltsamen Land nach außen gedrungen ist.

Und jetzt bin ich hier. Sehr spannend.

Wie ist es nun? Hmm – irgendwie sehr moslemisch, türkisch, sozialistisch. Von allem ein wenig. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Die Sprache hingegen schwierig und seltsam. Wir geben uns alle Mühe ein wenig Landessprache zu sprechen und ernten stets viel Verständnis, Hilfsbereitschaft und ein Lächeln. Wir können mittlerweile “Danke”, ” Guten Tag”, ” Auf Wiedersehen”, ” Die Rechnung bitte”, und einige Kleinigkeiten und die Menschen sind positiv überrascht.

Überhaupt daß wir aus Deutschland kommen, ist eine äußerst positive Tatsache. Viele versuchen Ihre 2-3 Wörter deutsch auszupacken und uns zu servieren.

Also Daumen hoch – wir sind angenehmst überrascht und freuen uns, weitere Tage hier verbringen zu dürfen.

Zur Info: Die Währung hier nennt sich Lek – der Umrechnungskurs ist derzeit ca. 135 Lek für einen Euro. Für zwei Kaffee inkl. 2 Fläschen Wasser hatten wir z.B. 240 Lek bezahlt.

Mein erster Eindruck von Albanien ist, dass das Land sichtlich Probleme mit dem Müll hat. Aber wenn ich an meine erste Reise 1993 nach Griechenland zurückdenke, hats da genauso ausgeschaut. Wohin damit, wenns keine Müllabfuhr gibt? Mann, da kann ich froh sein, dass im schönen Obergriesbach 14tägig die Müllabfuhr kommt.

Von den Menschen bin ich sehr berührt, sie sind weich, zuerst ein bisschen schüchtern und machen natürlich große Augen, dass wir hier sind. Toni war beim Friseur, leider hemmt die Sprachbarriere die Kommunikation. Aber man hat gemerkt, dass sie überrascht sind, uns anzutreffen.

Währenddessen hatte ich Zeit, hinauszuschauen, sehr beschaulich geht es zu in dieser doch eher großen Stadt. Edel gekleidete Frauen und saubere Burschen prägen das Bild. Viele Radler gibt es hier, völlig anders als in der Türkei. Aus dem Reiseführer weiß ich, dass es hier üblich ist, rad zu fahren, im Gegensatz zu Tirana.

Auch hier ist Aufbruch, Aufbruch nach Europa, nach einem besseren schöneren hygienischem und komfortableren Leben deutlich zu spüren. Es wird fieberhaft gebaut und erneuert.

Eine Geste eines alten Mannes bleibt noch zu erwähnen. Wir liefen einem Schild nach, dass die orthodoxe Kirche auswies. Sie war verschlossen. Wir standen davor, bestimmt Minuten, um sie von außen zu bewundern. Da kam ein alter Mann mit dem Schlüssel – woher weiß ich auch nicht – und sperrte das Hoftor und die Kirche extra für uns auf, wartete, bis wir alles gemustert hatten und lobte uns und verabschiedete uns aufs herzlichste.

skadar

13.08.2010

Der schnelle Weg

Von Skadar bis Tirana sind es knapp 100 km. So haben wir uns für die SH 1 entschieden – quasi die Autobahn zwischen diesen beiden Städten. Uffffff. Aber jetzt ist es 13 Uhr und 60 km liegen schon hinter uns.
Die Albaner sind stolz, nett und hilfsbereit. Sie bestaunen uns – wenn sie uns überhaupt wahrnehmen. Sie sind im Aufbruch, Europa und die Globalisierung ist hier angekommen.
Und – man glaubt es kaum – sämtliche Italiener sind hier!

13.08.2010

Mir san da

in Tirana.Weitere Berichte folgen.

tirana1

tirana2

tirana3

Ich wette, daß ich am Hupen eines Autos locker folgende Eckdaten des Fahrzeuges bestimmen kann:

– Marke

– Fahrer männlich/weiblich

– Leistung auf 5 PS genau

– Land des Kennzeichens des Fahrzeuges

– Km-Stand auf ca. 50 km genau

– Quersumme der Zahlen auf dem Nummernschild

– Farbe des Fahrzeuges

Wer es nicht glaubt – wir haben heute die Teststrecke von Skadar bis Tirana gefahren – knapp 100km – und es gibt kaum ein Auto, das nicht gehupt hat…

Würden wir morgen nochmal zurückradeln, könnten wir sicher auch das Alter des Fahrers, seine Haarfarbe und den Familienstand kennen 🙂

 

13.08.2010

Mein Held

Dieser Beitrag gilt meinem Helden! Er managt die Strecke, fährt hinter mir, hält die Lastwägen und die Autos von mir fern und macht viele Fotos und Videos. Abends kopft er die Strecke aus und bis jetzt hat es immer super gepasst. Wir haben uns noch kein einziges Mal so richtig dick verfahren.
Super Toni, ich danke Dir und ich liebe Dich!

Gestern abend haben wir uns noch die Innenstadt von Tirana angesehen. Zugegeben, die Vorstadt ist hässlich, doch der Kern der Stadt ist wirklich sehenswert. Der Kommunismus hat seine Spuren hinterlassen, wie man an den Bauwerken deutlich sehen kann. Aber auch bei den Menschen ist das nicht spurlos vorbeigegangen. Sie sind hilflos, was Lösungen von Problemen betrifft. Wenn man sie nach etwas fragt, gibt es eben nur einen Weg und keinen anderen.
Es ist wirklich erstaunlich, was hier passiert ist, in nur 10-15 Jahren! Wenn man bedenkt, wie arm die Leute dran waren und gleich nach Italien flüchten mussten, aus lauter Hungersnot. Jetzt mutet es hier wirklich europäisch an, riesen Autos fahren umher, man kriegt alles zu kaufen, feine Läden entstehen, der Beton wird beseitigt und den Esel vor dem Karren gibt es nur ganz selten und auf dem Land zu sehen.
Im Gegensatz zu Skadar, der Stadt nahe der Grenze zu Montenegro, ist Tirana viel sauberer und schöner. Die Leute wühlen hier nicht im Müll oder zünden die Mülltonnen an.
Was mir persönlich noch aufgefallen ist: Die Religionsfreiheit ist toll! Neben dem Muezzin, der von der Moschee singt, bimmelt die christliche Glocke vom Kirchturm daneben. So etwas findet man in der Türkei zum Beispiel nicht.
Wir sind jedenfalls positiv überrascht von Albanien und dessen Bewohnern.


Das mit den Bergen hört wohl nie auf. Direkt hinter Tirana geht es ca. 700 Höhenmeter nach oben – in die Albanischen Alpen – über den sogenannten Krrabe-Paß. Unendlich viele Haarnadelkurven haben uns viel Kraft gekostet.
Belohnt wurden wir durch eine gigantische Aussicht links und rechts der Paß-Straße.
Belohnt wurden wir zudem mit einer ca. 20 km langen Bergabfahrt mit herrlichem Rundblick.
Überall am Straßenrand wird lecker Obst und allerlei verkauft. Die Kinder winken uns zu und wir winken zurück.
Aber dann erreichen wir das Tal von Elbasan. Eine Gluthitze. Als ob jemand den Backofen auszuschalten vergessen hatte.
Unglaublich. Wir strengen uns an und schwitzen ohnegleichen.
Es geht sanft bergauf – und es ist bullenheiß.
Wir fahren nun auf das Dreiländereck Albanien – Mazedonien – Griechenland zu.
Morgen kommen wir dann hoffentlich am Ohrid-See an und können ein kühles Bad nehmen. Der See liegt laut unserem Plan auf etwa 600 Höhenmeter und wir freuen uns schon jetzt auf die Abkühlung.

Völlig geschafft bin ich heute – die Hitze war unheimlich. Heute ist sowieso alles unheimlich für mich gewesen. Ich habe mich geängstigt, vor dem Verkehr, vor den Leuten, vor was weiß ich was. Das hat mich gleich selber aufgeregt. Aber so wars. Jetzt haben wir Zeit, ein wenig zu ruhen, aber wirklich kühler ist es nicht. Klimaanlage gibts auch nicht und wir wohnen in einem Rohbau. Das Zimmer aber ist ausgebaut und sauber.
Dafür hatten wir heute heiße Begegnungen mit Albanern. Da war der Mann vom Imbissstand an der Straße. Nachdem er uns Salat und Toast serviert hatte, hat er uns Wasser unter den Tisch gegossen, damits kühler wird. Vom “Montagna” sagte er. Dann musste ich 50! klitzekleine Fotos auf seinem Handy begutachten – Familie ist hier das Wichtigste. Bilder von seiner Frau, seinen vier Kindern und vom Haus bekam ich zu sehen. Alle 50 musste ich anschauen, mit Nicken und “super” bekräftigte ich jedes Bild. Darüber hinaus vergaß er seinen Imbissstand, wo ca. 10 Jungs anstanden, und ungeduldig warten mussten – es war ihm egal.
Die zweite heiße Begegnung hatten wir gerade am Bahnhof von hier. Wir sahen zu, wie einige Männer Wagons an den Gleisen rangierten. Eine urururualte Lok aus der Tschechei – unglaublich dass das Ding noch fährt. Die Männer, so an die 50, coachten das Manöver. Direkt vor uns parkten sie dann die Lok und einer sprach ein paar Brocken englisch. Er meinte: “Germany in Europe Number 1”. Greece rotto, Montenegro, Italia, Makedonia, rotto!!
Und er erzählte noch, wieviele Kinder er hatte. Dann verabschiedeten sich alle vier mit der dampfenden Lok und einem nimmer enden wollenden “Mirjepafshim, Mirjepafshim” und sie winkten und tuteten aus ihrer Lok noch von Weitem.
Leider hatten wir den Fotoapparat nicht dabei. Aber es hat mich sehr berührt, und darum erwähne ich es.

Der Mensch hält viel aus.

Heute haben wir uns entschlossen, einen Ruhetag einzulegen, aber weiterkommen wollten wir auch. So wählten wir den nostalgischen Zug von Librashd nach Pogradec. Wahrscheinlich haben uns die Männer von gestern dazu inspiriert.Die Zugfahrt – allein schon ein Abenteuer! Die tschechische Lok an der abgehalfterte DB-Wagons hingen, machen einen wirklich skurrilen Eindruck. Pünktlich um 10.37 puffte die Diesellok im Bahnhof ein.
Für die Räder Fahrkarten kaufen war nicht einfach – die Dame redete auf albanisch auf mich ein, ich war völlig überfordert. Schließlich rückte sie doch damit raus, sie waren so billig, das darf man hier gar nicht sagen.
Aus dem Zug sprang eine beherzte Dame, die Knabbereienverkäuferin, und half uns, alles Gepäck und die Räder in den Zug hinein zu schleppen. Die DB würde so etwas nie erlaube, ein Stapel vor der Wagontüre, die Räder vor dem Ausgang.
Kurz und gut, nach der schweißtreibenden Angelegenheit nahmen wir unter dem Gezeter der “Generalin” – wie wir sie nannten, Platz. Sie war wohl die Zugführerin. Sie hat bei mir dreimal die Fahrkarten kontrolliert und mir noch 200 Lek abgeknöpft – für die Räder, wie sie zu verstehen gab.
Ein Polizist fand sich im Abteil, und eine weitere Dienstdame, die ständig ihre Dienstbluse auszog und im Unterhemd dasaß. Die kochte türkischen Mocca im Abteil, mit dem Gaskocher…
Die abenteuerliche Fahrt über wacklige, schwindelerregend hohe Brücken und dunklen Tunnels (es gab kein Licht – weder im Tunnel, noch in den Abteilen) endete in Pogradec, in dem Örtchen am Fuße des Ohridsees.
Ein kleines Paradies – die Albaner wissen es nur noch nicht. Sie schmeißen ihren Müll weiterhin in die Landschaft, in den See. Das macht den See algig, bei den Temperaturen sowieso. Das tut dieser atemberaubenden Landschaft aber nur bedingt Abbruch.
Das beste Hotel am Ort bezogen wir – direkt am See – für 3000 Lek. Das sind sage und schreibe 22 Euro. Das Tretboot fahren mit den hoteleigenen Booten ist umsonst (noch :-). Ansonsten wirkt das Ufer mit dem Park gepflegt. Es entstehen im Hintergrund Hochhäuser, modern und sauber.
Eine kleine Oase – ideal für einen geruhsamen Pausentag, den wir dringend nötig haben, nach der Hitze. Die Prognose für Thessaloniki und die nächsten Tage sagt aber weiter Temperaturen über 38°C voraus. Auweia.
Ein wenig tut es mir leid, dass es morgen mit Albanien vorbei sein soll. Es ist wirklich schön gewesen, aber so ist das Leben, alles in endlich. Auch unsere Reise durch Albanien.
Aber schauen wir nach vorne, was der Norden von Griechenland dem Radfahrer zu bieten hat.


Der Ohridsee in Albanien ist ein Stück Paradies.

Heute vergleiche ich unsere Radtour mal wieder mit dem Pilgern auf dem Franziskusweg und soeben habe ich einen ganz wichtigen Unterschied festgestellt: Beim Pilgern kommen mir die meisten Eindrücke von Innen. Die Landschaft ändert sich nur wenig beim Gehen, die Anstrengung hält sich im Rahmen und so kann ich den Gedanken freien Lauf lassen und es ist faszinierend, was das alles zum Vorschein kommt.

Beim Radfahren sind die Eindrücke von außen so übermächtig, daß ich kaum mit dem Verarbeiten der vielen Reize hinterherkomme. Ständig muss ich auf die Straße, auf das Rad, auf die anderen Fahrzeuge und dann ebenso auf die Umgebung aufpassen, daß mein Kopf gar nicht zur Ruhe kommen kann.

In den ersten 10 Tagen habe keine Nacht ruhig geschlafen, weil so viele Impressionen eines Tages abzuarbeiten waren.

Und hier in Albanien winken und hupen die Menschen ständig, so daß es noch viel mehr Reize gibt, die aufgenommen werden sollen.

So bin ich meist abends erledigt – natürlich vom Strampeln und der Hitze, aber ebenso von den vielen Dingen, die ich gesehen habe und dann noch einordnen muß.

Leider komme ich kaum dazu, neue Gedankengänge aufzunehmen.

Heute den ganzen Tag über fand ich es so jammerschade, daß wir uns nicht richtig mit unseren gastgebenden Albanern unterhalten können.

Wir treffen sehr viele nette, hilfsbereite, sympathische Menschen und alle plaudern auf uns ein und wollen uns etwas mitteilen. Allein – wir verstehen nichts!

Es wäre so wunderbar, sich austauschen zu können, sich gegenseitig zu bereichern, von dem jeweiligen Leben und deren -umständen zu erzählen.

Aber es will nicht recht klappen. Ab und an kommen wir mit Englisch ein wenig voran, bisweilen mit etwas Italienisch. Aber in der Summe ist es arg frustrierend.

Das Lachen und Zeigen sind die einzig funktionierenden Verständigungsbrücken.

15.08.2010

Pogradec am Abend

pogradec_abend

albanien_live

Wir sind wieder in der EU.

16.08.2010

Tschüss Albanien

ciao_albanien

Vor einigen Tagen hatten wir ja gefragt, was am häufigsten im Straßengraben zu sehen ist.

Nun – es sind mi großem Abstand Red Bull-Büchsen. Es gibt nichts, was auch nur annähernd sooft zu sehen ist. Selbst in Albanien!

In manchen Streckenabschnitten habe ich teilweise mehr als 20 Büchsen je 100 Meter gezählt.

Mit großem Abstand folgen dann Büchsen wie Cola, Sprite, Fanta. Seltener sind Zigarrettenschachteln. Ziemlich oft sieht man nach Plastiktüten.

Wir haben die Personen, die richtig geraten haben, schon benachrichtigt. Vielen Dank an alle, die  mitgemacht haben.

Wenn es viel und lange bergauf geht, so geht es auch irgendwann mal wieder bergabwärts.

Heute merke ich, dass ich eine vom Leben verwöhnte deutsche Frau bin. Als wir die Grenze zu Griechenland passierten, fiel es mir sofort auf: dieser Unterschied! Kein Müll auf der Straße, die Mülltonnen sind nicht angezündet und haben verschiedene Farben. Es duftet nach Wald, die Autos haben Katalysator und fahren vorschriftsmäßig auf der breiten Straße an mir vorbei. Unser Hotel in Maniakoi ist wahnsinnig schön! Dreiecksbadewanne, neuer Teppich und die Dusche spritzt senkrecht auf einen herunter. Keine Schläuche, keine Schächte. Irgendwie fiel mir ein kleiner Stein vom Herzen, denn Albanien ist schon ein Abenteuer.
Andererseits können die Leute nicht einfach über die Grenze und deren Problemen entfliehen. Sie müssen bleiben und sich selbst da rausziehen. Und das kann noch dauern. Die Herzlichkeit aber und der beherzte Versuch, den Gästen an nichts fehlen zu lassen, die Bauern, die auf Ihre einzige Kuh aufpassen, dass ihr nichts passiert, die ängstlichen Fragen, wie man denn Albanien findet und das Lächeln, dass sie einem schenken, das werde ich vermissen. Darum verdrücke ich eine kleine Träne.
Eigentlich wollte ich heute den Spruch des Tages einstellen, Toni kam mir aber zuvor, darum schreibe ich ihn einfach in diesen Beitrag:
Wer Geld hat, kann sich viele Kühe kaufen…


17.08.2010

Griechenland 2. Tag

griechenland2tag

simone_auf_dem_rad

…in Autokilometer. Er hat keine Ahnung mehr, dass fünf Kilometer nach 70 gefahrenen, bergauf mit dem Rad, sehr beschwerlich sein können, dass diese nach einem 25 km Marsch zu Fuß kaum mehr zu bewältigen sind. Er kennt sich in seiner Umgebung nicht mehr aus, weil es die Navigation gibt.
Die Restaurants und die Supermärkte liegen außerhalb der Stadt, nurmehr mit dem Auto zu erreichen – zuviel Lärm, zu wenig Parkplätze.
Er weiß die Himmelsrichtungen nicht mehr und den Sonnenaufgang und -untergang kriegt er nicht mit, weil alles beleuchtet ist. Auch der Mond scheint umsonst zu scheinen oder die Sterne (sofern man sie sieht 😉
Er tötet die Stille durch Musik, durch Geschrei, durch Lärm und Motoren.
Er weiß nicht mehr, wie natürliches Essen schmeckt, Fastfood und Red Bull sind angesagt – Global.
Auf der Reise fällt es mir auf, dass die Welt so laut ist. Und immer stärker auf Autos ausgerichtet.
Viele Leute fragten uns schon: “Warum fahrt ihr nicht mit dem Motorrad nach Istanbul, ist doch leichter? Warum trampt ihr nicht? Wieso nehmt ihr nicht die Fähre, den Zug?” Oder sie geben uns Tipps wie “Wenn ihr schon in Griechenland seid, schaut euch Delos an oder Kreta, da ist es schön. Fahrt doch mal nach Athen, da gibt es viel zu entdecken…”
Ja – warum machen wir das eigentlich? Ich glaube, wir machen es genau deshalb – herauszufinden, wie der Mensch so ist, was ihn treibt, wohihn es ihn – und uns – treibt und wieso.
Ein bisschen können wir es verstehen, und dann auch wieder nicht. Die Tür geht auf und wieder zu.
Nur eines verstehe ich – wir bewegen uns zu weit weg von der Natur, und zwar meistens mit dem Auto…

Die Komfortzone immer mal wieder zu verlassen, bedeutet eine Bereicherung für das eigene Leben.

Eine neue Chance habt ihr auf ein Buch aus unserem Sortiment, wenn ihr folgende Frage beantworten könnt: Wie heißt der traditionelle Abendspaziergang der Albaner? Unter den richtigen Antworten werden maximal fünf Gewinner gelost.
Teilnehmen ist wie immer ganz einfach: schreibt die Lösung als Kommentar unter der Angabe Eurer richtigen E-Mail-Adresse. Die Adressen werden weder veröffentlicht noch zu Werbezwecken benutzt.
Viel Spaß!

Und damit haben wir heute schon wieder über 700 Höhenmeter hinter uns. Jetzt kommt dann die Abfahrt ins Tal. Aber zuerst eine kleine Stärkung.

griechenlands_berge

veria_wir_kommen

Zugegeben – der Vergleich hinkt etwas – aber interessant ist es allemal:

Beim Radfahren braucht man je nach Geschwindigkeit ca. 300-500 kCal je Stunde. Für unsere Fahrt rechne ich jetzt einfach mal mit 2000kCal zusätzlich je Tag für das Strampeln.

Wir werden etwa 35 Tage benötigen und somit folgenden Energieverbrauch in Joule haben:

2000 * 35 Tage * 4,19 (Umrechnung Cal – Joule) * 1000 (kilo) = 293,3 MJ

Das Flugzeug verbraucht ca. 5l je Person und je 100 km. Für die Strecke von München nach Istanbul – knapp 2000km – sind das also 100 Liter Kerosin pro Person für den Flug..

Der Liter Kerosin bringt ca. 34MJ je Liter.

Macht also für den Flieger 3400 MJ pro Person für die gesamte Strecke.

Ergo: Das Flugzeug braucht also für die Strecke 10mal mehr Energie als wir mit unserem Radl. Und während wir die Energie in Form von Tomaten, Gurken, Souflaki etc. zu uns nehmen, braucht das Flugzeug raffiniertes Öl.

Also – auf mit dem Radl nach Istanbul!

 

skifoan

Wir bewegen uns im Norden Griechenlands, im mazedonischen Griechenland. Viele Touristen habe ich noch nicht gesehen, die Einheimischen wohl auch nicht. Aber alle sind sie sehr nett. Man bekommt überwiegend alte Männer zu Gesicht, viele sprechen uns an – auf Deutsch, versteht sich. Sie waren Gastarbeiter in Deutschland, einige lange, einige kurz. Gestern unterhielt ich mich mit einem LKW-Fahrer, der fürchterlich über die deutsche Maut schimpfte.

Über das Essen kann man sagen: es ist sehr fleischlastig; mit Pommes dazu, ist Souflaki an der Tagesordnung. Einen griechischen Salat mit ausgezeichnetem Schafskäse findet man immer. Was ich hier besonders schätze ist der Cafe Turka – türkisch Mokka. Sie kochen ihn wie die Türken.

Die Landschaft kann man auf den Videos und Bildern ja erahnen, voller karger Berge und Steppen. In einer Ebene heute fanden wir gleich zwei Kraftwerke. Wir vermuteten, dass die dort stehen, weils hier keine Erdbeben geben könnte?!

Nach Thessaloniki hinein erwarten wir noch eine weitere Veränderung der Landschaft. Flacher sollte es aber auf jeden Fall werden.

thessaloniki

Eva-Kostüm in Griechenland nun sehr günstig!

Ganz ehrlich: Ohne die Vodafone-Karte, die wir für diese Reise zur Verfügung gestellt bekommen haben, könnten wir diesen Blog und die App nicht betreiben.

Jeden Tag übersenden wir die Daten von unserer Reise und immer mit dabei ist die Vodafone-Karte.

Besonders klasse ist, daß wir nahezu überall mit HSUPA arbeiten können. Egal ob wir auf einer kroatischen Insel sind, einem einsamen griechischen Bergdorf – HSUPA von Vodafone ist immer da und gibt uns die Möglichkeit, die Daten wie Bilder, Texte und auch Videos einzustellen.

Allein in Albanien war die Geschwindigkeit im ganzen Land auf GPRS-Niveau. Sonst aber ist das Internet mit der Datenkarte stets superflink.

Ohne diese Karte also gäbe es diesen Reisebericht nicht!

Vielen Dank an Vodafone!

Lustig – Ich erinnere mich noch ganz genau, als ich mit Toni die erste Tagesetappe von München an den Schliersee gefahren bin. Bei strömendem Regen und Kälte hatte ich ein Spiel erfunden. Ich fuhr an ihm vorbei und sagte: “Grüß Gott, wo fahren Sie denn hin?” Er antwortete scherzhaft: “Nach Thessaloniki!” Ich: “Ich fahre nach Istanbul, da haben wir ja lange den gleichen Weg und können uns ein Zimmer teilen!” Das Spiel spielten wir die ersten Tage immer. Nun sind wir schon da in Thessaloniki, Wahnsinn. Damals war das soo weit weg! Ich bin irgendwie schockiert, dass Toni sein “Ziel” schon erreicht haben soll. Aber ich glaube, er begleitet mich noch bis Istanbul 😉

20.08.2010

Pannen? Nein danke!

Weil ich nicht alle Kommentare einzeln nach Pannen und Problemen beantworten kann, berichte ich hier einen kurzen Moment über die Räder und das Equipment.

Wir hatten in der ganzen Zeit keine einzige Panne. Bis jetzt hält alles perfekt durch. Gut – wir haben noch ca. 600 Kilometer, aber wir erwarten keine weiteren technischen Probleme. Wenn ja, erfahrt ihr natürlich sofort davon.

Ich selber habe in die Reifen der Firma Schwalbe Marathon noch nie Luft geben müssen. Toni verliert in der Woche im Hinterreifen immer ein wenig Luft, er hat auch viel mehr Gewicht auf der Hinterachse als ich. Die fehlende Luft pumpen wir mit einer kleinen Fußpumpe, die an Tonis Rad festgemacht ist, wieder auf. Allein die ist wirklich ihr Geld wert.

Die Rohloff-Nabenschaltung schnurrt wie ein Kätzchen, naja, eher wie ein kleiner Tiger. Man kann sie an der Ampel im Stehen nach Belieben rauf- und runter schalten, auch bei Belastung am Berg macht sie das mit. Die 14 Gänge reichen vollkommen, mir persönlich wäre noch ein kleinerer Gang (vielleicht ein anderes Zahnrad) noch lieb gewesen. Die Magura-Bremsen haben bis jetzt jeden steilen Berg abwärts gebremst. Die Beläge sind noch pfenniggut. Kein Wechseln, kein Nachstellen. Man sollte beim bergab fahren aber immer mal wieder beide Bremsen ganz lösen, damit sie nicht heiß laufen. Das ist vielleicht etwas beängstigend, aber dann einfach von vorneherein nicht mit soviel Speed nach unten fahren.

Das Contoura-Rad selbst ist die Wucht. Es fühlt sich wie ein Motorrad an, das sicher auf der Straße klebt. Bergauf, naja, das ist mit dem vielen Gepäck oft eine Qual, aber dafür kann das Rad ja nichts. Das Rad selbst ist für ein Tourenrad unwahrscheinlich leicht. Contoura ist eine deutsche Firma und hat anscheinend 100 Jahre Erfahrung mit Fahrradbau. Wen es interessiert: www.contura.de

Die Gepäcktaschen sind von Deuter. Man kann diese mit einem Handgriff ab- und wieder aufmontieren. Es passt alles rein, es ginge auch noch mehr rein. Bis jetzt ist nichts gerissen oder verschlissen. Alles wunderbar. Bei Dauerregen allerdings wären wasserdichte Packtaschen von Vorteil, brauchen wir hier eher nicht. Was ich auch sehr gut finde, sind die neonfarbigen Regenüberzüge, vor allem hinten habe ich sie zu meiner eigenen Sicherheit meistens drauf. (Warum müssen Satteltaschen eigentlich meistens schwarz sein?? Kochbananen schmecken eklig!)

Radsport Wagner in Aichach hat uns nicht nur das Rad perfekt zusammengestellt, sie haben uns viele andere Tipps gegeben. Zum Beispiel die superleichten absolut wasserdichten Regenjacken: Sie sind dazu atmungsaktiv, windabweisend und wärmend. (gewesen, haben sie ja schon lange nicht mehr benutzt)

Auch der Tipp mit den Crocs (superleichter Allroundschuh) kam von Radsport Wagner. Sie waren warm, wo es noch kalt war und sie sind in Urlaubsregionen der absolute Renner, jeder hat sie an. Man kann sie zum Duschen verwenden, wenn der Boden mal nicht so sauber ist und man kann darin die Stadt gut besichtigen. Auch in guten Restaurants kann man sich damit noch sehen lassen. Super!

Viele schreiben uns, dass sie so eine Tour machen möchten, aber die Berge für zu anstrengend halten. Wenn man 20 Jahre älter ist, als wir oder einfach nicht die Kondition mitbringt, was ich durchaus nachvollziehen kann, so würde ich ein E-Rad empfehlen. Der Elektromotor schaltet am Berg und an schweren Passagen zu, allerdings muss dazu eine Tretbewegung erfolgen. Man hat also trotzdem die Notwendigkeit, zu treten, was für die Gesundheit gut ist, aber man kommt nicht halbtot oben am Berg an.

Ehrlich gesprochen, wir haben das schon häufig auf unserer Reise diskutiert. Sagen wir mal so, die Reise würde durch ein Elektro-Rad körperlich nicht so zum Challange und man könnte sich am Abend, statt auf seinen Körper, auch mehr mit Land, Leuten und Kultur beschäftigen, so denken wir jedenfalls. Sicher fordert das Sitzen auf einem Rad immer etwas Kondition und Durchhaltevermögen. Es ist eigentlich viel der Kopf, weniger der Körper.

Der Strom für ein E-Rad wäre auf dieser Strecke bis jetzt nie ein Problem gewesen. Nicht mal den Adapter braucht man, alle Länder haben normale Stecker. Soweit ich nämlich aus Berichten weiß, muss das Rad über Nacht an die Steckdose.

Ich hoffe, damit die Fragen nach Pannen und Equipment beantwortet zu haben und wünsche jedem, der so etwas vorhat, wirklich viel Spaß, denn so eine Reise wird man nie vergessen, soviel sei schon mal vorweggenommen.

Spart nicht an der Ausrüstung, lieber an was anderem. Kein Flickwerk und kein “das wird schon gehen”. Das kann gefährlich werden. Eine gute Beratung im Fachgeschäft mit Erfahrung ist die halbe Reise!

aufdemwegnachistanbul

Heute haben wir einen Pausentag und genießen Thessaloniki.

21.08.2010

Weiter geht es…

weitergehts

Hier stehen wir am Geburtshaus von Kemal Atatürk – mitten in Thessaloniki.

Vorgestern wollten wir eigentlich weiterfahren, weil die Stadt auf den ersten Blick einen engen und lauten Eindruck gemacht hat. Aber wir waren körperlich ziemlich fertig und irgendwie sagte mir mein Gefühl, dass es noch einiges zu Erleben gibt in dieser Stadt. So war es auch. Unser Hotel lag mitten im Zentrum von Thessaloniki, alles war in Gehweite.

Ein fast schon türkisch anmutender Basar mit Fischmarkt und Nuss- Obst- und Gemüsehändlern, Teegläserverkäufer und Klamottenstände, alles ist da. Nur schade, dass wir nicht einkaufen konnten, schnüff.

Die Prachtstraße ist bunt und lebendig, Cafés laden zum Verweilen ein, den Blick auf das Meer gerichtet. Nach einem kleinen Rundgang fanden wir eine historische Moschee, sie war vorher eine byzantinische Kirche. Ausgrabungen mitten in den Wohnhäusern, ein schöner Park im Universitätsviertel. Das Highlight an historischen Gebäuden allerdings bildet die Agia Sophia, eine griechisch-orthodoxe Kirche, reich bestückt mit Kronleuchtern und geschnitzten Stühlen. Sie ist sehr groß. Sicher, man kann sie nicht mit der Agia Sophia in Istanbul vergleichen, doch stattlich ist sie allemal.

Thessaloniki ist ein Shoppingparadies (wenn man nicht mit dem Rad da ist). Unzählige Geschäfte gibt es hier, alles supergünstig, weil wenige Touristen in die Stadt finden. Die karrt man oberhalb zu der Burg, die auf dem Berg trohnt, den wir heute hinaufgeradelt sind.

Das Nachtleben ist einsame Spitze – gut, wir waren nur bis Mitternacht, aber es gibt im Bereich der alten griechischen Häuser eine Bar nach der anderen und alles junge Leute, die gut drauf sind, draußen sitzen und sich unterhalten.

Uns hat es – wider Erwarten sehr gut gefallen in Thessaloniki.

Der Radeltag war hart. Nicht die Steigung, die am Anfang war, meine Oberschenkel sind super ausgeruht gewesen. Nicht die Strecke danach, die war gerade. Aber genervt hat der oberblöde Gegenwind auf der gesamten Strecke. Und genervt hat auch die griechische Tante von der Tankstelle, die uns nicht bedienen wollte. Mann, hungrig weiterzufahren, das war obergemein.

Ein paar Kilometer weiter wollte uns dann doch jemand noch einen Salat verkaufen. Dann ging es schon. Den Nachmittag hat mir ein Eis gerettet (wie ein kleines Mädel).

Diese Tiefs habe ich immer nach Pausentagen…heute bin ich froh, dass wir es bald geschafft haben werden. Das kann aber morgen wieder anders sein!

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Simone ist super – sie radelt und radelt und radelt… und dass heute bei permanentem sturmartigen Gegenwind.

Simone ist der “Löwe” des Tages!

Der Sturm reißt an meiner Kleidung und ich habe Mühe, das Fahrrad gerade auf der Straße zu halten. Während ich gegen diesen unglaublich starken Gegenwind kämpfe, denke ich über die Griechen und unser Verhältnis (als Volk) zu ihnen nach. Ich sammle die Informationen über die Griechen zusammen, die wir bis jetzt getroffen haben. Die, mit denen wir über das Leben sprechen konnten, konnten allesamt deutsch sprechen. Sie waren Gastarbeiter in Deutschland. Fünf, acht oder zehn Jahre waren sie da. Sie erzählen das ohne leuchtende Augen, anders als es türkische Gastarbeiter tun. Ohne Lächeln, eher mit Groll. Toni bohrt immer nach und fragt:”Und, hat Ihnen Deutschland gefallen?” Sie zögern meistens mit der Antwort und ich glaube, sie möchten ihn nicht mit der Antwort verletzen, das zu sagen, was ihnen auf der Zunge liegt. Offensichtlich haben sie sich –  milde ausgedrückt – bei uns nicht wohlgefühlt. Kostas, der Pizzabäcker, sprach es aus – er meinte: “Dortmund ist eine schwarze Stadt!” Damit meinte er gewiß nicht die Regierung.

Ein älterer Mann war in einer Papierfabrik Gastarbeiter und erzählte, dass seine Kinder in Deutschland ständig krank waren. Seit er wieder hier ist, ist alles besser. Jetzt kämen Albaner als Gastarbeiter nach Griechenland.

Jüngere Griechen schreien aus dem Auto “Hallo Ausländer”, oder andere Sachen. Einmal habe ich gesehen, wie ein junger Mann aus dem Auto eines Militärfahrzeuges einen Hitlergruß gemacht hat, als er an uns vorbei gefahren ist.

Hat die Generation meiner Eltern die Griechen schlecht behandelt, als sie in Deutschland waren? Ich wusste nicht einmal dass so viele Griechen bei uns gearbeitet hatten. Halten die Türken uns Deutsche mehr aus? Passen, trotz Religionsunterschiede, die Mentalitäten der Türken und Deutschen besser zusammen als die Griechen und die Deutschen?

Ich weiß es nicht. Heute habe ich allerdings ernsthaft überlegt, mir das Fussballfähnchen am Rad abzumachen. Auf der anderen Seite – wenn man ein deutsches Kennzeichen am Auto hat, wird man offensichtlich nicht als Ausländer beschimpft…

23.08.2010

Abends in Fanari

fanari

23.08.2010

Die E90

Ich melde mich spät, denn der heutige Radtag war lang und in der zweiten Hälfte sehr windig. Mit dem Zimmer hatten wir Probleme, weil wir in einer Urlaubsregion sind und die Griechen hier offensichtlich noch rege Urlaub machen.

Heute dachte ich über die Straße E90 nach. Wir fahren schon seit Anbeginn unseres Griechenlandbesuchs immer wieder auf ihr. Die Autobahn, die nun durch das ganze Land führt, nimmt nahezu den gesamten Verkehr auf.

Ich denke daran, dass vor ein paar Jahren die E90 wahrscheinlich eine der  wichtigsten Verkehrsadern war. Ich vernehme in meiner Fantasie jaulendes kreischendes rumpelndes und nimmer enden wollendes Getöse auf dieser Straße.

Tag und nacht, Sommer wie Winter, keine Ruhe. Nicht auszudenken, was das für die Orte, durch die sie führt, bedeutete. Lärm, Abgase, Leid, aber auch Geschäft, Leben, Lastwagenfahrer, Leute, Geschichten. Die Lastwägen quälten sich Kilometer für Kilometer weiter voran und wurden von rasanten Autofahrern überholt. Es wurde die große Liebe im Straßencafé gefunden oder beim Abschied auf dem Parkplatz geweint. Die Straße war bestimmt legendär und gefährlich, weil unzählige Menschen hier ihr Leben lassen mussten oder wollten.

Heute liegt sie da, wie ein gezähmter Wolf. Ruhig führt sie durch die Urlaubsorte. Die Restaurants sind verlassen, die Verkaufsstände verstaubt. Ich kann ungestört mit meinem Fahrrad in der Mitte der Fahrbahn fahren, es dauert ewig, bis ein verlassenes Auto kommt.

Irgendwie fühle ich mich wohl, weil ich mir nicht auszumalen weiß, wie es wäre, wenn es die Autobahn jetzt noch nicht gäbe, aber irgendwie bin ich auch berührt, weil ich fühle, auch eine Straße hat ihren Stolz, ihre Geschichte. und nicht mehr benützt zu werden, nicht mehr wichtig zu sein, das ist nicht nur für eine Straße nicht schön…

Seltene Hautkrankheit eines Radfahrers. Tritt nur von München nach Istanbul auf.

Leider hat niemand die Lösung erraten. Der traditionelle Abendbummel in den frühen Abendstunden der Albaner/innen heißt: Xhiro

Heute trafen wir ein Paar aus Frankreich. Die beiden sind seit einem Jahr unterwegs und haben schon ca. 12 000 km mit dem Rad hinter sich.

Sie fahren jetzt den Weg zurück nach Frankreich und wollen in 2 Monaten wieder daheim in Orleans sein.

Heute haben wir ein Bildrätsel für Euch. Die Pflanze wächst hier links in rechts unseres Weges auf allen Feldern und wird fleißig bewässert. Doch um welche Frucht handelt es sich?

Antworten bitte wie immer als Kommentar an diesen Beitrag anhängen und es gibt natürlich wieder ein Buch aus unserem Verlag zu gewinnen. (http://www.amac-buch.de)

Viel Erfolg!

24.08.2010

Harte Nuß

Heute war es mal wieder an harter Radltag. Dabei ging es am Morgen ganz entspannt los. Wir hatten ein tolles Frühstück. Der Wind war noch schwach – aber natürlich entgegen unserer Fahrtrichtung.

Wir strampelten so von Dorf zu Dorf, ohne recht vorwärts zu kommen. Problematisch war zudem, daß auf unserer Route eine Reihe von Bergen liegen. Es gab auf der Karte einen weiß eingezeichneten Weg, von dem uns aber die Einheimischen abrieten.

Und jeden den wir fragten, gab uns andere Tipps, wie wir fahren sollten.

Schlußendlich trafen wir in einem Dorf namens Xaligani ein französisches Paar. Und die beiden hatten just diesen diesen weiß gekennzeichneten Weg hinter sich gebracht. “No problem – no street – but no problem. Just one small mountain”.

Wir machten uns also auf den Weg. Es waren neben dem Großglockner die “längsten” 15 km auf unserer Route. Die beiden hatten uns ja informiert, daß es ein Schotterweg sein werde. Aber wenn die das schaffen…

Anfangs war es noch ganz angenehm. Doch im weiteren Verlauf war es eine knochenharte Tour über die Berge. Wir hatten Mühe, den Weg nicht zu verlieren. Manchmal waren die Steine auf dem Weg so groß, daß wir nur noch Schieben konnten.

So haben wir ca. 2 h benötigt, um die läppischen 15 km zu bewältigen. Das war ne harte Nuß.

Aber landschaftlich war es wunderbar. Zum Wandern einsame Spitze. Aber mit dem Rad der reinste Horror.

Da ich mich zu den “Normalos” zähle, was sportliche Aktivitäten angeht und es auch viel mehr im Kopf habe als in den Muskeln, erzähle ich euch mal, wie es einem Frauenkörper so geht, wenn man seit 30 Tagen mit einem Tag Pause  auf dem Drahtesel sitzt.

Wenn man 70 Kilometer gefahren ist, verspannen sich zwangsläufig die Nackenmuskeln. Die Oberschenkel zwicken schon immer mal zwischendrin. Gibt man denen Nahrung in Form von Saft – sprich Zucker, hört das wieder auf. Hunger hat Frau schon vor 12 Uhr, obwohl man erst vor drei Stunden ordentlich gefrühstückt hat.

Abends ist die Dusche die Belohnung für die Riechorgane sowie für die erhitzte Haut. Ein schön duftendes Duschgel – perfekt.

Liegen ist – anders als beim Pilgern – viel viel besser als sitzen. Also abends im Restaurant wirds hibbelig – Der Körper will in die Waagerechte.

Die Stimmung ist, naja, milde ausgedrückt, manchmal nicht gerade euphorisch, was sich aber nach den Mahlzeiten geben kann.

Das schönste ist die Nacht, Frau schläft, wie mit dem Holzhammer draufgehauen – tief und traumlos.

Das schlimmste ist jeder Morgen, und das hat sich auch bis jetzt leider nicht gegeben: man meint, über Nacht ist ein Panzer über den Körper gefahren. Die Ellbogen schmerzen und das Kreuz ist lahm (Matratzenabhängig verstärkt). Die Finger meinen auch, etwas getan zu haben, und zwar Lenker halten und Bremsen. Also, die tun morgens auch weh.

All das gibt sich nach den Lockerungsübungen, wie zum Beispiel Yoga, wieder. Und dann beginnt wieder ein neuer Radeltag. Frau steigt auf und weiter gehts. Und schee is es!

25.08.2010

Früh am Morgen

Es ist kurz nach 7 Uhr morgens – wir haben das Meer vor der “Haustür” und – schwups – eine Runde schwimmen. Das Meer liegt wie ein See vor uns – ruhig und eben. Es ist einfach nur herrlich. Die Sonne scheint, es ist noch angenehm kühl, das Wasser jedoch wunderbar warm.

Allen einen guten Tag mit den besten Grüßen aus Griechenland.

Heute werden wir voraussichtlich die türkische Grenze passieren. Wir stehen 40 km davor. Wir freuen uns schon sehr. Natürlich sind wir gespannt, wie es hinter der Grenze aussieht. In diesem Gebiet der Türkei waren wir noch nicht, haben uns aber erzählen lassen, dass es z.B. in Tekirdag sehr schön sein soll.

Fazit zu Griechenland: Die Landschaft ist großenteils atemberaubend, zum Radfahren würde ich sagen, war das das Land, was mit am besten gefallen hat, breite Straßen, wenig Verkehr, abwechslungsreiche Verhältnisse. Tolle Strände, insbesondere nach Kavala bis hier ist es eine traumhafte Küste für einen erholsamen Strandurlaub, wenn man die Einsamkeit sucht und verwunschene Strände, dann hier.

Hie Hotels und Pensionen, die Landschaft ist picobello sauber. Note eins!

Die Menschen waren leider nur teilweise sehr freundlich. Das letzte, was ein Radfahrer gebrauchen kann, ist nach einem langen harten Tag eine unfreundliche Behandlung. Aber je näher wir der türkischen Grenze kamen, wurden jetzt auch die Leute im Schnitt wieder  herzlicher. Der Franzose hat es gestern so ausgedrückt: “You cross the border to greece, and you will miss the smile”…

Soeben haben wir die Grenze Griechenland-Türkei überschritten und die Türken haben uns mit einem Lächeln empfangen.

grenzgebiet

Kaum über der Grenze, schon bin ich zur Simit-Verkäuferin geworden 🙂 Das ist der Unterschied zu allen Ländern. Die Türken freuen sich total, dass wir da sind und fragen uns, Mofafahrer fahren neben uns her und die LKW-Fahrer hupen und winken – anders als die anderen, ganz zart, um uns nicht zu erschrecken, immer mit einem Lächeln.

Die Tomaten sind nicht aus dem Eisfach, sie schmecken nach Sonne und sind geschält. Der Salat ist frisch mit Petersilie und Zitrone und danach gibts Türkisch Mokka.

Überall gibts Verpflegung und die Städte haben alles was man braucht. Hotels, Geschäfte, nette Leute! Kommt und besucht dieses bunte Land! Ihr werdet es nie bereuen!

Ich kann mir nicht helfen, aber ich liebe dieses Land!

Nun, meine Überschrift ist heute sehr ambivalent, so wie einer der letzten Fahrradtage nach Istanbul durch die Türkei. Die gezähmte Schnellstraße aus Griechenland hat sich in der Türkei zu dem lauten Monster gewandelt, von dem ich neulich mal in meiner Fantasie sinnierte. Ein Highway, wie er greisliger nicht sein kann. Und Ausweichstrecken gibt es nicht. Der Randstreifen ist sehr breit, wie in Griechenland auch, nur die beiden Spuren daneben werden immer besser ausgenutzt. Der Gipfel waren heute gezählte 50 Omnibusse hintereinander! Ganz zu schweigen von den türkischen LKWs – ich bin “doshoarad” (schwerhörig!)

Die Türken haben sich nicht die Mühe gemacht, die Berge wegzusprengen, nein, es geht 7% rauf und auch wieder runter. Und das die ganze Zeit! Wah! Und auf der Landkarte sieht alles superflach aus, keine Höhenlinien zu sehen. Was für eine Enttäuschung ist doch die Realität.

Dafür gibt es Begegnungen menschlicher Natur und das ist so schön.

Geschichte Nr. 1: Die Straßenhändler. Sie verkaufen Melonen, Feigen, Obst. Und sie jubeln uns zu. Die Alten, die im Schatten Brotzeit machen, winken mich heran, ich solle mitessen, einen Tee trinken. Das ist normalerweise sehr schön, einem alten Menschen ins Gesicht zu schauen und mit ihm “seinen” Tee zu trinken. Aber zum Verweilen habe ich heute keine Geduld. Ich will ankommen. So fahre ich diesmal dran vorbei. Ein Alter wollte mir eine Melone! schenken – Wo hätte ich sie hintun sollen?

Geschichte Nr. 2: Mittagessen. Wir fahren einen kleinen Garten zum Mittagessen an. Eine deutsch-türkische Familie aus Stuttgart steht schon am Parkplatz und überschüttet uns mit Fragen, die uns bestimmt schon 50 Mal an diesem Tag gestellt wurden. Woher? Wohin? Wie lange? Wieviel Kilometer? Schwups, ehe wir uns versahen, hatten wir beide ein Pfund Trauben in der Hand und tausend gute Wünsche für die weitere Fahrt im Herzen.

Geschichte Nr. 3: Die Panne. Ein Traktor mit einem monströsen Teil überholt uns. Ein Begleitfahrzeug schirmt ihn mit Warnblinanlage ab. Sie winken uns zu. Eine halbe Stunde später stehen sie am Fahrbahnrand. Toni fährt als erstes dran vorbei, der im Begleitfahrzeug streckt ihm eine köstliche Nektarine hin. Toni lehnt sie ab. Aber da hält ihn der Traktorfahrer schon auf. Dann passiere ich die Fahrzeuge, ich nehme die Nektarine an und halte ebenfalls. Wir plaudern und sie freuen sich über mein bisschen türkisch. Warum erzähle ich das? Am Anhänger ist der Reifen in tausend Fetzen und die stehen da und sind gut drauf! Und der Gipfel: WIR kriegen was von denen geschenkt! Das ist doch rührend, oder?

Geschichte Nr. 4: Der LKW-Fahrer. Ein LKW-Fahrer mit einem Monster-LKW überholt uns. Er bleibt stehen. Ich denke noch: “Nicht schon wieder plaudern..Oder hat er ein Problem?” Der Fahrer geht nach hinten, macht direkt vor uns seine Luke auf und sagt: “Hadi gel” (Hopp, komm). Der wollte uns glatt einfach so mitnehmen…

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27.08.2010

Die letzten 100 km

bis zum Ziel!!

nichtsoschnell

Heute trafen wir Marc. Er pilgert nach Jerusalem. Er ist am 8. April in der Schweiz gestartet. Heute trafen wir ihn in der Nähe von Tekirdag. Bis Weihnachten will er Jerusalem erreicht haben.

Wahnsinn!!!

27.08.2010

Gemischte Gefühle

Nach 70 geradelten Kilometern von Tekirdag aus, war heute Schluss mit dem Seitenstreifen. Wir dachten, wir schaffen es noch weiter, aber der Verkehr war schlussendlich lebensgefährlich. So hielten wir es für richtig, uns mit einem Bus die letzten Kilometer an den Stadtrand von Istanbul bringen zu lassen. Jetzt ist also unsere letzte Übernachtung 20 Kilometer vor der Altstadt von Istanbul entfernt.

Wir haben gemischte Gefühle, riesige Erleichterung macht sich breit, weil nichts passiert ist, traurig sind wir, weil unsere spannende aufregende und abwechslungsreiche Reise nun langsam zu Ende geht. Froh sind unsere Hinterteile und Oberschenkel, dass sie nicht mehr radeln müssen. Die brauchen dringend eine Pause.

Jetzt freuen wir uns auf morgen, auf das Ziel, die Haghia Sophia, die Blaue Moschee, den lebendigen Basar und natürlich auf die Kanne Tee am Bosporus.

28.08.2010

Unser Rhythmus

Heute ist unser letzter Radeltag. In ca. 2 h werden wir im Zentrum Istanbuls sein und so unsere Reise beenden.

In den vergangenen 5 Wochen hatten wir täglich einen nahezu immer gleichen Ablauf:

7-7.30 Uhr: Aufstehen, Morgentoilette

bis 8.30 Uhr: Frühstück

bis 9.30 Uhr: Packen und Räder wieder beladen, Trinkflaschen auffüllen

bis ca. 13.30 Uhr: Radeln, radeln, radeln

bis ca. 14.30 Uhr: Mittagspause und dann wieder weiterstrampeln

ca. 17.00-18.00 Uhr: Ankunft Zielort, Übernachtung klarmachen, Rad entladen, Räder verstauen, frisch machen

bis ca. 19.30 Uhr: Fotos von den Kameras herunterladen, GPS ins Internet übertragen, Bilder hochladen, Berichte schreiben,

dann: Feierabendbier 🙂

anschließend: Ausruhen, Abendessen, Erholen, Route für den nächsten Tag prüfen

 

 

 

 

Wunderbar – wir sind sehr glücklich.

ammarmarameer

flagge

Die Einfahrt heute morgen nach Istanbul war atemberaubend. Man kann vom Flughafen bis hin ans Goldene Horn mit dem Fahrrad fahren. Auch der Empfang war mehr als herzlich. Es war einfach nur toll! Wir kommen heute abend im türkischen Fernsehen und bekamen sogar eine Urkunde dass wir hierher gefahren sind, mit einem Zitat von Atatürk: “Frieden im Lande ist Frieden überall”. Bei der Übergabe fehlten mir die Worte, wirklich!

Istanbul! Eine Stadt, wie ich sie schöner nicht kenne, die Verbindung von Meer, alten und neuen Häusern und unglaublich vielen Menschen. Von weitem sieht man die beiden Moscheen, die Haghia Sophia und Sultanahmet (genannt Blaue Moschee). Es ist wie aus 1001 Nacht, nein es ist 1001 Nacht.

Istanbul ist ein Märchen. Istanbul ist gigantisch. Istanbul ist gewaltig. Istanbul ist menschlich.

Aber man muss hier selber mal gewesen sein, um das Leben zu atmen. Darum verabschiede ich mich nun mit diesem letzten Beitrag und sage Danke an alle, die uns so treu gefolgt sind.

Und besonders danke ich Roberto, der uns das Gepäck auf den Großglockner gefahren hat. Ohne ihn würde ich heute noch da hochfahren. Für mich ist er der Mensch meiner Reise, neben vielen anderen lieben Menschen, die wir getroffen haben.

Ich wünsch Euch alles Liebe von hier, aus Istanbul!

Ride on!

Simone

Da wir heute schon den Blog zumachen, geben wir die Lösung schon bekannt. Es ist die Baumwolle. Die Gewinner werden die Tage benachrichtigt!

Vielen Dank fürs mitmachen!

Nach 5 Wochen und genau 2 h haben wir Istanbul erreicht. Es war ein unglaubliche Reise. Mit vielen Begegnungen und Momenten, die faszinierend waren. Viele Eindrücke haben wir über das App und den Blog versucht weiterzugeben und hoffen, daß das auch geglückt ist.

Wir würden uns freuen, wenn Ihr auf diesen Eintrag per Kommentar Eure Meinung zu dieser Art von Reiseberichterstattung abgeben könntet!

An dieser Stelle möchten wir uns auch bedanken, bei all jenen, die zum Gelingen dieser Reise und der innovativen Berichterstattung beigetragen haben.

Zunächst möchten wir uns bei Vodafone bedanken, die uns mit einer Datenkarte das Einstellen der Beiträge erst ermöglicht haben. Wir hatten überall Internet verfügbar und konnten so lückenlos berichten.

Wir danken dem Team von Radsport Wagner für die tolle Beratung hinsichtlich der Fahrräder und der Austattung. Auch bei den anderen Sponsoren, die uns unterstützt haben möchten wir uns herzlich bedanken.

Ein besonders Dankeschön geht an Hans, der in den vergangenen Wochen sich um unser Geschäft gekümmert hat und uns so den Freiraum für diese 5wöchige Reise gegeben hat. Zudem hat er die ersten Bücher (iPad-Buch, iPhone 4-Buch) in den Apple iBookstore als epubs eingestellt , so daß alle diese nun digital dort kaufen können – tolle Sache – vielen Dank!

Ein Dank geht auch an alle, die unsere Reise mit Kommentaren und Anregungen begleitet haben.

Wir freuen uns also auf ein letztes Feedback und wünschen allen alles Gute und vielleicht bis zur nächsten Reise.

Das App bzw. der Blog und dessen Inhalt bleiben noch einige Wochen unverändert so, wie es jetzt ist.

Wir werden die Inhalte mit Erweiterungen in einem Buch, das im Dezember diesen Jahres erscheinen wird, veröffentlichen.

Sobald wir wissen, was wir als nächstes vorhaben, verändern wir das Motto und ihr könnt uns wieder verfolgen.

Das App “Leben atmen” wird es also weiter geben.

29.08.2010

Kommentare im Buch

Wir möchten gerne Eure Komnentare -Anonym- im Buch veröffentlichen. Wer dies auf keinen Fall möchte, der solle sich bitte bis 30.9.2010 per E-Mail direkt an den Verlag wenden: info@amac-buch.de

Heute nacht hat Apple unsere neue App “Leben atmen Palermo” freigegeben. Denn in wenigen Tagen – wohl am 25.5 starten wir zu unserer nächsten Radtour – nach Palermo auf Sizilien.

Wie gewohnt werden wir mit Texten, Bildern und Videos live von unserer Reise berichten und jeder kann ohne Anmeldung mit Kommentaren dabei sein.

Und hier ist der Link zur kostenlosen App: https://itunes.apple.com/de/app/leben-atmen-palermo/id643572066?mt=8.

Die App funktioniert sowohl auf dem iPad als auch dem iPhone.

Wir freuen uns schon, wenn ihr uns wieder live begleiten würdet….

 

Wir wollten es nur der Vollständigkeit halber noch erwähnen, dass diese App keine Kommentare mehr annimmt, da die Reise ja mittlerweile schon vor 3 Jahren durchgeführt wurde.

Also nicht wundern und das Geschehene einfach auf sich wirken lassen.

Juhuhu – am 13. Juni geht es wieder los: Diesmal führt unsere Radreise nach Lissabon. Ca. 3000 km liegen vor uns und wie in den Jahren zuvor (2010 – Istanbul, 2012 – Marrakesh, 2013 – Palermo) werden wir unsere Reise wieder live über die App “Leben atmen – Lissabon” mit Euch teilen.
Die App gibt es hier: https://itunes.apple.com/de/app/leben-atmen-lissabon/id879406764?mt=8
Natürlich ist die App sowohl fürs iPhone als auch fürs iPad geeignet. Und die App ist – wie auch in den Vorgängerjahren – natürlich kostenlos.
Mit Texten, Fotos, Videos, Sprachaufzeichnungen, GPS-Daten etc. melden wir uns mehrmals je Tag und freuen uns über rege Anteilnahme über die Kommentarfunktion.

Daneben kann man am Computer unter http://blog.leben-atmen.com die Reise verfolgen.
Auch über Facebook (facebook.com/lebenatmen) oder Twitter (twitter.com/lebenatmen) ist es möglich, virtuell an der Reise teilzunehmen.

Und die Reise dient – wie auch in 2013 – einem sozialen Anliegen: Wir bitten um Spenden für “Bürger helfen Bürger” in Aichach.

Weitere Informationen hierzu und zu anderen Aspekten unserer Kulturradreise 2014 sind der App bzw. dem Internet zu entnehmen.

Wir freuen uns schon sehr darauf und freuen uns über Eure virtuelle Teilnehme.


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