Meißener Porzellanmanufaktur

Ich bin wirklich beeindruckt! Ehrfürchtig schleiche ich zwischen all den Kostbarkeiten im Schaumuseum herum. Die Werke ausgestellt, zeigen farbenprächtige, zugleich in hauchdünnen Farbnuancen angemalte und gebrannte Porzellanfiguren, Teller, Tassen, Uhren und vieles mehr. Die Stücke sind so filigran, so detailreich und wunderbar so dass man Stunden damit verbringen könnte, sie zu studieren.

Wir bekommen eine „Führung“. Diese startet in einem extra Raum mit einem Video über die Geschichte, die 1710 begann. Ein paar findige Menschen, unter ihnen Physiker, Forscher und Maler, erfanden in dieser Zeit das weiße deutsches Porzellan. Vorher war das Porzellan mehr oder weniger Erdfarben.

Wir werden in den nächsten Raum geleitet. (Wir sind übrigens nur zu viert – ein italienisches Ehepaar ist noch dabei) . Jetzt wird es spannend, denn dort sitzt ein leibhaftiger Mensch an einer Drehscheibe und fertigt einen Tassenrohling an. Er drückt den Rohling in eine Form und zeigt uns, dass nach 30 Minuten eine Tasse entnommen werden kann, die schon die Maserung und Form des Endproduktes hat. Die Gipsform nimmt Wasser auf, so wird der Rohling erst einmal fester. Beim Brennvorgang dann, schrumpft die Tasse kleiner. Eine Schrumpftasse sozusagen entsteht.

Im zweiten Raum sitzt eine Dame, sie bastelt vor unseren Augen ein junges Mädchen aus Rohporzellan zusammen. Die Figur wird aus Einzelteilen zusammengebaut. Das erfordert Geschick und höchste Präzision! Vom Band ertönt eine Erzählstimme, die sagt, dass auch die Figuren kleiner werden. Nach der Bemalung wird das Stück nocheinmal gebrannt und noch einmal und noch einmal…

Im dritten Raum bemalt eine Frau einen Teller mit einer schmutzig-grünen Farbe, das sich beim Brennvorgang in das typisch strahlende Blau des Meißener Porzellans verwandeln wird . Es wird noch eine Schicht Schlick darüber angebracht, dies nennt man dann Unterbranntmalerei. 

Im vierten und letzten Raum unserer Stationen sitzt noch einmal eine Frau, die in der Motivwahl sehr frei agieren darf. Vor unseren Augen malt sie ein Blumenmotiv auf das Porzellan. Sie ist „Auftragsbemalerin“ und fertigt so auf Bestellung exklusives Geschirr an. Sie hat einen Range von 1800 Blumenmotiven. Ich zerfließe fast vor Ehrfuhrt, vor diesen Menschen, die ihr ganzes Arbeitsleben dem Meißener Porzellan gewidmet haben. Sie nämlich arbeitet schon seit 49 Jahren dort.

Man kann die Stücke als kitschig abtun, klar sind sie das für die heutige Zeit auch, nirgends passt die schwülstig und mit opulenten Rosenmotiven gestaltete Uhr dazu. Aber ich kann mir vorstellen, dass es gerade dafür Liebhaber und Sammler gibt, die so etwas mögen und vor allem auch ein Vermögen für die ausschließlich handgefertigten Stücke bezahlen.

Wir kaufen zwar nichts, sind wir doch mit dem Rad da ?, aber dennoch gehen wir geplättet von so viel Schönheit und Anmut aus der Fabrik. Unser Fazit: Wer hier in der Nähe ist, der sollte unbedingt die Fabrik und die Schauräume besichtigen – man sieht dann Geschirr plötzlich mit anderen Augen, soviel ist sicher!

Speiche muss zentriert werden

Tonis Speichen geben lästige Geräusche ab. Einige sind ein wenig locker und werden nachgezogen. Der nette Geschäftsinhaber kommt 10 Minuten nach Geschäftsszeit.

Er bringt die Ladentüre nur mit Gewalt auf, denn innerhalb stapeln sich haufenweise Ersatzteile und Reifen.

Auf alle Fälle ist er kompetent ? und hilft uns sofort!