Für Sepp Haueis und Toni

Diese Reise widme ich den beiden Männern, denn ohne sie gäbe es das alles sicher nicht. 

Eines Wintertags im Februar machte Toni im Stall zu Zams eine folgenreiche scherzhafte Bemerkung zu Sepp: „Sepp, dein Nüsschen bekommt dieses Jahr einen Hengst!“ Sepp zu Toni:“ Wenn das stimmt, dann ist es diesmal deiner!“ Und so kam es, dass am 12.3.2012 das Telefon klingelte. Sepp war dran „Toni, dein Hengst ist fertig, kannst ihn abholen!“. Nachdem ich Toni in die Rippen stieß, er dürfe jetzt auf keinen Fall kneifen, war er an der Männerehre gepackt. Und insgeheim glaube ich, wollte er selbst wieder ein Pferd in unserer Nähe wissen, hatte ich doch 15 Jahre zuvor mit dem Reitsport ganz aufgehört. Sepp hatte dann noch eine Bedingung, wenn er uns den Hengst überlasse, müssten wir zu Fuß nach Zams kommen, wenn Nobby soweit wäre. Ja, und diese Bedingung ist nach vier Jahren erfüllt! Nun zur App/Blog: Für mich ist das Füllen unserer App mit Beiträgen, Bildern, Strecken, Tagesaktivitäten u. v. m. ein lebendes Kunstwerk, das sich langsam, aber stetig zu einem fertigen bildet. Auf der Suche nach den tollsten, interessantesten schönsten Motiven und Themen – nach dem Motto: wie sage ich es besser? – wird es für den Betrachter ein buntes und abwechslungsreiches Bild, das wir zusammenstellen, einfach durch das Erlebte. Vieles, was wir am Tage mit unserem Pferdchen an Erlebnissen hatten, ist hier für immer festgeschrieben und das kann uns keiner mehr nehmen. Technisch finde ich es, ohne uns und unseren Programmierer zu schmeicheln, eine Meisterleistung. Ich selbst habe noch kein besseres und professionelleres bloggen gesehen, bedenkt man, dass es sich hier um die Leistung von nur drei Personen handelt, allen voran Lars Bergelt.

Zu meiner persönlichen Reise: Zu mir hat einmal eine Frau gesagt, die im Altenheim arbeitet: „Sammle viele Erinnerungen, denn das ist das Einzige, was dir im Alter bleiben wird und du davon zehren kannst.“ So eine Erinnerung wird diese Reise nach Zams zu Pferde sein: Unvergesslich, tief eingebrannt, einmalig. Und das habe ich, wie gesagt, diesen beiden Männern (und natürlich auch Nobby) zu verdanken. Danke Euch beiden – von Herzen!

Mein Fazit – Toni

Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine so intensive Reise erlebt zu haben. Es waren nur 12 Tage – es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Es scheinen Jahre vergangen zu sein, als wir zu dritt den Stall in Mainbach verlassen haben und die erste Tagesetappe gestartet haben.
Warum nur war es so ereignisreich? Es ist sicher das langsame Bewegen. Nobby geht Schritt – mal geführt von Simone, mal mit Simone auf dem Rücken. Und wer langsam geht, erlebt eben jede Menge. Und sicherlich dazu beigetragen hat auch, dass ich mich – genauso wie Simone – ständig auch für unseren Haflinger Nobby verantwortlich gefühlt habe. Ich musste potenzielle Gefahren im Voraus erkennen – ein vorbeifahrender Lastwagen, ein daherbrausender Zug, etc. Und zudem war ich der Navigator: und da gibt es viele Dinge, die einfach mit einem Pferd beachtenswert sind wie ein Bachlauf ohne Brücke, ein Zuggleis ohne Überquerungsmöglichkeit und soviele andere Dinge.

Manchmal hatten wir Wege, die nicht mit einem Pferd begangen werden können – meist Straßen mit eigentlich viel zu viel Verkehr.

Ich war also ständig auf Habacht und in ständiger Vorausplanung und dazu noch das schrittweise Vorantasten…. ein intensives Erleben durch und durch.
Und dann gibt es ganz viele dieser Augenblicke: Wir wissen, dass Nobby, das noch nie gesehen hat oder davor schrecken könnte – wie ein Brett, das über einen Bach führt, ein viel zu steil abfallender Hang, bei dem sich das Pferd leicht alle Viere brechen kann… und dann wächst Nobby auf einmal über sich hinaus: er zeigt einen Mut, all seinen Willen und eine Entschlossenheit, die seinesgleichen sucht. Nobby spürt, dass er da jetzt durch muss, sonst ist die Tagesetappe nicht zu schaffen. Er nimmt wie gesagt, all seinen Pferdewillen zusammen und gibt sich enorm tapfer.
Oder: Als wir steil einen Berg hinauf gehen, merkt Nobby, dass ich mit dem Schieben des Fahrrades und dessen Gepäck kaum mithalten kann. Was macht Nobby: Mit seinem Maul versucht er mich anzuschieben, damit ich mich nicht so abmühen muss.
Noch viel viel mehr haben wir erlebt – eine einzigartige schöne Natur – den Süden Bayerns, den Fernpass, Tirol – und obwohl unwetterartige Regengüsse vom Himmel fielen, und wir zwei Tage lang klatschnass durch die Gegend marschierten, war es ein einzigartiges Erleben – ja es war Leben in vollen Zügen.

In der App und in dem Blog haben wir versucht, dieses Erleben festzuhalten – in Worten, Fotos, Videos und technischen Daten wie der exakten GPS-Strecke, meiner Aktivität gemessen durch die Apple Watch.
Wir hoffen, für viele Inspiration und Initiator für eigene Erlebnisse gewesen zu sein!
Denn wer langsam reist, erlebt das Leben in Fülle.
Danke Nobby für diese intensive Pferd-Mensch-Begegnung und vielen Dank liebe Simone – es war eine herrliche Reise.

Juhu – wir sind da

Nach nunmehr 266 km haben wir unser Ziel, den Postgasthof Gemse erreicht. Nobby hat sich riesig gefreut seine Mutter wieder zu sehen. So kehrt Nobby nach über vier Jahren an seinen Geburtsort zurück. Wir sind mächtig stolz auf unseren Haflinger von der Familie Haueis aus Zams


Wie geht das hier – Teil zwei (Nobby goes home)

Wie kommen die Aktivitätsdaten in den Blog?
Hierfür verwende ich die Apple Watch. Über die Funktion Outdoor Training Radfahren zeichne ich die Aktivität auf. Dabei wird neben der Entfernung auch die durchschnittliche Geschwindigkeit sowie die Herzfrequenz protokolliert. Da bei einer Trainingsaktivität der Apple Watch der Akku pro Stunde mit circa 15-20 % belastet wird, habe ich zusätzlich einen Bluetooth Brustgurt in Verwendung, der die Herzfrequenz misst. Damit ist die Akkubelastung der Apple Watch auf circa 8-10 % pro Stunde gesunken. 
Wie kommen die Streckendaten in die App?
Damit wir die Strecke genau protokollieren können, verwenden wir weder iPhone noch Apple Watch, sondern ein Garmin Gerät.
Das Garmin Gerät hat den Vorteil dass es die Positionsdaten (Tracking) sehr exakt misst. Würden wir das mit einem iPhone tun, würden wir die Akkulaufzeit so stark verringern, dass uns untertags wohl der Saft ausgehen würden. Zur Sicherheit habe ich natürlich einen Zusatzakku mit dabei. Aber auch das würde wohl nicht reichen. Zudem ist ein Garmin Gerät deutlich exakter, was die Positionsangabe anbelangt. Die Garmin GPS Daten werden dann auf den Computer übertragen und von dort auf einen FTP-Server abgelegt. Unsere iPhone, iPad und Apple TV App holt sich von dort die Daten.
Wie kommen die Sprachmemos in den Blog?

Dazu verwenden wir die iPhone App Sprachmemos. Von dort aus versenden wir dann die Sprachdatei per E-Mail in Richtung WordPress. Ein Plugin greift die Datei ab und stellt sie als Blogeintrag zur Verfügung.
Was kann die Apple Watch App?
Auf der Apple Watch App sieht man das letzte Flickr Bild, dass wir eingestellt haben, die schon zurückgelegte Strecke, und die letzte gemeldete Position. Darüber hinaus kann man mit einem Force Touch Motivationsicons an Nobby, Simone oder Anton senden.
Fazit:
Für uns als amac buch Verlag ist es nicht nur wichtig Bücher über die Themen iPhone, iPad, Apple TV, Mac OS X etc. zu verfassen, sondern auch auszuprobieren, was man mit derartigen Geräten alles tun kann.
Und das ist schon extrem faszinierend zu sehen, was ein iPhone alles erledigen kann. Auch die Apple Watch ist unterwegs ein wahrer Segen: neben Uhrzeit, zurückgelegter Strecke, verbrauchten Kalorien, Push Nachrichten von Vimeo etc. bekommen wir alle relevanten Informationen mit einem Blick auf das Handgelenk.

Wir sind in Imst

Wir haben noch gut 15 km bis wir in Zams sein werden. Unsere Ankunftszeit ist etwa 17:00 Uhr am Postgasthof Gemse in mitten von Zams neben der Kirche.
Nobby ist auch ganz aufgeregt, wird er doch seine Mutter nach über vier Jahren zum ersten Mal wieder sehen

Wie das hier funktioniert – Teil eins

Neben der mentalen und physischen Anstrengung haben wir natürlich auch etliche technische Dinge zu erledigen, damit unser Bericht zu euch kommen kann. Ich möchte einige Dinge erzählen wie wir das technisch gelöst haben. 
Wie kommen wir ins Internet? 

Nun, das ist mittlerweile eine sehr einfache Angelegenheit. Wir haben Mobilfunkverträge bei der Telekom. Dort kann man für ein geringes Aufgeld die Internet- und Telefon-Nutzung für die gesamte europäische Union freischalten.
Interessant dabei ist zudem, dass in nahezu allen europäischen Ländern die Mobilfunk Versorgung fast durchgehend 3G oder LTE ist. Nur in Deutschland ist die Mobile Funkversorgung so katastrophal schlecht, das es für uns bisweilen unmöglich war tatsächlich live berichten zu können.
Wie kommen die Bilder in den Blog?

Dazu verwenden wir natürlich die Kamera des iPhones. Die aufgenommenen Bilder werden entweder direkt als Blogeintrag verwendet oder für die Bildergalerie via Flickr zur Verfügung gestellt. Wir laden also die Fotos vom iPhone aus nach Flickr hoch und von dort aus werden sie weiterverarbeiten
Wie kommen die Videos zustande?
Natürlich verwenden wir hierzu auch das iPhone. Nachdem die Videos gedreht und auf die entsprechende Länge zugeschnitten wurden, werden die Videos direkt vom iPhone über vimeo ins Internet hochgeladen. Dort werden sie entsprechend aufbereitet und dann an den Blog weitergereicht.
Wie kommen die Texte ins Internet?
Die Texte diktieren wir im Regelfall in die Notizen App auf dem iPhone. Dort wird er nochmal überprüft und dann in die WordPress App übertragen. 
Wie ist der Blog technisch realisiert?
Hier verwenden wir Word Press. Wir haben diese Version auf einem eigenen Server installiert und unseren Bedingungen entsprechend angepasst. Word Press ist also das Rückgrat für diese Berichterstattung. Die App auf dem iPhone, auf dem iPad und auch auf dem Apple TV gleichen die Daten mit dem Word Press Blog ab.

Ein Bekannter

Einer der drei Radfahrer dreht sich beim Vorbeifahren um, und fragt: “seid ihr aus Obergriesbach? “Wir Antworten “Ja, ” und er konnte es nicht uns zu treffen. Sie halten an und erzählen, dass sie uns aus der Zeitung kennen, und sie haben von unserer Reise mit Nobby gelesen. Plötzlich spricht der Mann neben mir und ich bin so überrascht, dass mir der Mund offen bleibt, ein langjähriger Bekannter zieht den Helm aus! und wir haben viel Spaß auf der Strecke!

Rührend

Murnau: Mitten in der Stadt bleiben wir stehen, um auf dem iPhone nach dem Weg nach Achrain zu suchen. Nobby ist schon sehr müde und hält derweil ein Schläfchen auf dem Gehsteig. Lässig schont er ein Hinterbein und schließt seine großen sanften Glubschaugen halb hinter den langen blonden Wimpern. Eine Frau bleibt mit leuchtenden Augen stehen und betont dreimal, wie schön der Nobby aussähe. Nun, schön ist er, aber ich denke, eher die Tatsache, dass ein Pferd in der Stadt eher selten vorkommt, hat die Frau so verzaubert. Sie hilft uns, den Weg zu finden und zum Schluss schenkt sie uns spontan drei Glöckchen “als Erinnerung an Murnau”, wie sie sagt. Das ist sehr rührend. Wann schenkt einer einem etwas? Ein Fremder? Einfach so? Muss man erst ein Pferd im Schlepptau haben? Ich glaube schon…