Liebe rostet nicht

Ach ja, unsere Türkei! Die Liebe zu ihr ist manchmal so ambivalent wie die Qualität der Zimmer. Die letzten drei Tage konnten wir so gar nichts Gescheites auftreiben und hatten stets viel Verkehr mit lauter verrückten Autofahrern und schlechten Straßen. Dafür war für uns heute ein schöner Radeltag mit dem ausgiebigen Frühstück in Kirazli. Und die Menschen machen hier sowieso alles Wett! Als wir dann über den Berg nach Selcuk fuhren, war mir klar: Alles wird gut! Vergessen waren die heißen Nächte in schmuddligen Hotels Didim und Söke, vergessen die vielen Kilometer hierher. Wir lieben einfach diese Gegend, da ist nichts zu machen!

Selcuk ist die „neue“ Stadt vor der antiken Stätte Ephesus. Der Empfang war mehr als herzlich. Jemand von der Gemeinde, Jussuf, empfing uns auf das Herzlichste. Die Presse war auch da und schoss ein paar Fotos, dazu bekommen wir einen Artikel in der Zeitung. Wir wurden durch die Hallen des neuen Geschichtsmuseums geführt. Jussuf betont, es sei kein Museum im eigentlichen Sinn, mehr eine Dokumentation der Zeit, also der alten Zeiten und der neuen. Die Ausstellung ist mit viel Hingabe arrangiert, auch das ehemalige Tabakgebäude, in dem sich die Ausstellung befindet, ist liebevoll renoviert worden.

Ach ja, und das Wichtigste war natürlich unsere Meinung, über das Ephesus dieses Jahr von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Ja, meinte Toni, es sei schon lange überfällig gewesen… denn, wie Ihr ja seit Tagen lesen könnt, ist die Region voller antiker Schätze, die auch für die christliche Welt wichtige Spuren aufzeigt.
Übrigens bleiben wir eine zweite Nacht und schauen mit Euch morgen Ephesus an.
Iyi Aksamlar!

Miletos, die weiße Schönheit

Etwa 2000 v. Chr. fing es an mit Miletos. Ursprünglich haben es Kreter gegründet. Aus Überlieferungen wird dies deutlich. Die Stadt wurde bekannt, weil sie vier Häfen rund um den Kern hatte.Leider führte der Fluss Mäander viele Sedimente mit sich und so verlandete das Meer. Viele weiße Steine sind als Zeitzeugen geblieben und erzählen – den nicht gerade zahlreichen Besuchern – aus der Vergangenheit und von der Vergänglichkeit.

   

 
  

Die Türkei-Route

Auf dem Schiff von Mykonos nach Samos haben wir nachgedacht. Nachgedacht über die Route, denn uns sind ja jetzt Tage sozusagen „übrig geblieben“, die wir nicht auf den Kykladen radeln konnten. So haben wir folgendes geplant: Wir fahren nicht einfach schnell von Kusadasi nach Izmir und fertig, sondern manövrieren uns weiter südlich, genauer nach Didyma, wo wir jetzt sind. So starten wir von hier aus den letzten Abschnitt unserer Reise nach Izmir. So können wir Euch als App- und Blogleserinnen und -lesern zeigen, wie reich diese Gegend an Kultur- und Naturschätzen ist.

Es ist unsere Lieblingsgegend. Die Menschen sind umwerfend nett, die Natur einmalig, die antiken Städte und Plätze perfekt für eine Reise in die Vergangenheit. Also freut Euch mit uns auf diesen Extrabonus.
Wir beginnen morgen früh am Apollontempel. Die Aufnahme ist aus früheren Jahren und zeigt den antiken Toni im jungen Prieme 😉