Arles – Schrecken mit Ende

Wir fahren durch die Carmargue, es ist ruhig, wahnsinnig ruhig. Natur umgibt uns, es geht flach dahin, Möwen kreisen ab und an über uns. Links und rechts sehe ich weiße Pferde, auf denen manchmal Reiher sitzen, ganz beschaulich, gemütlich. Schilf wächst an den Wässerchen, viele Wildblumen gibt es und Tiere, wilde und gezähmte.

Es sind Schilder angebracht, die anzeigen, dass die Autofahrer auf die fahrradfahrenden Menschen aufpassen sollen. Nur: wir sind die Einzigen, die hier fahren, obwohl es offensichtlich für Radfahrer voll erschlossen ist.

Die, die hier radfahren sollen, werden wie das Vieh durch Arles getrieben, wie es in Venedig nicht schlimmer sein kann. Menschenmassen quälen sich durch das „Gallische Rom“ mit den Sehenswürdigkeiten aus römischer Zeit. Ich ersticke hier schier vor lauter Touristen, ein Wahnsinn, bei dem sich Van Gogh und Cezanne wahrscheinlich im Grabe umdrehen würden, wüssten sie, was hier in ihren eigentlich reizenden Städchen nun vor sich geht.

Ich kann dem nun so gar nichts abringen, es kommt keine Sightseeing-Stimmung auf, sie vergeht mir eher. Das hat nichts mehr mit Kultur zu tun, das ist reine Geldverdienerei und die Menschen machen es mit, ohne zu hinterfragen. Sie schauen auf die Geschichte anderer, während wir unsere eigene schreiben.

Mein Fazit des Tages: Da kann ich die Informationen über Arles locker aus Wikipedia auslesen, daheim auf der Couch bei einem Gläschen französischen Wein und muss nicht deswegen die weite Reise nach Frankreich auf mich nehmen.

8 Kommentare zu „Arles – Schrecken mit Ende

  1. Also Hut ab. Ist ja echt irre, es macht Spaß dieses zu verfolgen. Weiter so und viel Rückenwind und kein Regen, den haben wir zu Genüge.

  2. „… das hat nichts mehr mit Kultur zu tun.“

    Kultur ist das, was der Mensch aus dem Planeten (der Schöpfung) macht. Und die Welt ist bunt. Die Welt ist deshalb so reich, weil sie bunt ist. Nicht alles, was ich sehe gefällt mir. Aber ich liebe diese Welt, weil sie so bunt ist. Lach, sie erträgt sogar mich.
    Hier in Deutschland findet gerade eine Diskussion über die Beschneidung von kleinen Jungen aus religiösen Gründen statt. Ein kölner Gericht hatte das untersagt. Die Diskussion zeigt, wie verschieden die Menschen „ticken“. Aber, sie tauschen sich aus. Und das macht die Welt so reich.
    Ich wünsche euch auf eurer Kulturradreise die Gelassenheit die notwendig ist, den schönen Reichtum unserer Erde zu genießen.
    Die Welt ist bunt.
    Liebe Grüße und danke für eure Berichte

    Kalle

  3. Oh ja das kann ich nachvollziehen.
    Es fokussiert sich alles auf Konsum, nichts anderes ist es. Leider Gottes.
    Es ist traurig wenn man einige Städtchen sieht und was daraus wird durch die touris.

    Auch meine Frau und ich meiden sowas.

    Lieben Gruss
    Dimitri

  4. Hey ihr Zwei,
    Ich find das so Grandios was ihr da macht,
    Super Bilder,klasse App
    würde auch gerne mal eine Mehrtagestour machen,fehlt aber der Partner für sowas.

    werde euch weiter verfolgen bis zum Schluss

    Gruss aus der Nähe von Stuttgart
    28 Jahre

  5. Hallo,
    ich stimme Deinen Ausführungen voll zu. Wir würden uns auch gerne mal Paris, London, Rom etc. ansehen, aber bei der Vorstellung an die Massenansammlungen vor den Sehenswürdigkeiten vergeht es uns uns wieder. Unsere Tochter war gerade mit ihrer Familie in Paris. Sie sind nicht auf den Eifelturm, weil sie dann ewig lange angestanden hätten. Sie hat ein Foto von der Riesenschlange gemacht. Horror. Da wäre mir mein Urlaub zu schade für.
    Ich kann mich noch gut an eine Bustour in die Slowakei erinnern. Da waren wir unter anderem in einem kleinen Dorf, um uns eine alte Holzkirche anzusehen. Von dem Friedhof hinter der Kirche hatte man einen atemberaubenden Blick auf die Berge. Ich hätte mich am liebsten auf die Wiese gesetzt und die Idylle in mich aufgesogen. Daran gehindert haben mich das Geschnatter der anderen und der Ruf, daß es weitergeht. Da wußte ich wieder, warum ich am liebsten mit meinem Mann alleine in den Urlaub fahre. Da kann man dort verweilen , wo es einem gefällt und wie lange man möchte.
    Ich habe letztes Jahr mit einer Freundin eine Wandertour von Passau nach Linz gemacht. Das war einfach toll. Einen Tag sind wir bei strömendem Wetter gewandert, aber das hat uns überhaupt nicht gestört.
    Durch Eure App angeregt, bin ich gerade dabei eine Radreise im kommenden Jahr zu organisieren.
    Ich verfolge Eure Tour mit großem Interesse. Danke für die tolle App.

    Herzliche Grüße
    Sabine

  6. Das kann ich gut nachvollziehen wir meiden inzwischen viel Veranstaltungen wegen den Menschenmassen. Es ist einfach kein durch kommen und wird dann es zum Stress.

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